Die Slogantabelle der Bundesliga

Rangliste der Slogans deutscher Fußballvereine

 

Fußballslogans

Bildquelle: Stefanie Hofschläger / pixelio

Fußball ist ein großes Geschäft. Und wie in jedem Geschäft wird auch beim Fußball fleißig geworben. Zum Beispiel mit Slogans. Slogans sollen sich einprägen, sich im Kopf des Lesers/Hörers/Zuschauers unverwechselbar mit einer Marke verbinden, Identität stiften und am besten zu einem geflügelten Wort werden. Schauen wir mal unter diesem Gesichtspunkt die Fußballclubs an, denn die haben – man höre und staune – auch Slogans. Das dürfte nicht nur mir, sondern auch manch eingefleischtem Fußballfan neu sein, denn wir bekommen sie kaum zu hören.

Was muss ein Slogan leisten?

Und damit stellt sich schon die Frage: Warum haben die denn Slogans? Alle Forderungen, die Werbeleute üblicherweise an Slogans stellen, werden zu oft nicht erfüllt:

  • Die unbedingte Kopplung von Marke und Slogan entfällt fast immer. Denn über die Clubs wird sehr oft ohne Slogan geredet. Oder hat schon mal jemand einen Reporter sagen hören: TSG Hoffenheim. Ein Team. Ein Weg. Einmalig.? Warum nicht? Weil dieser Slogan schlicht dämlich ist. Er stellt keinen originellen Bezug zum Hoffenheimer Club her, und könnte genauso gut für jeden anderen Club stehen. Positive Beispiele dagegen sind: Borussia Mönchengladbach – die Fohlenelf. Man muss nicht wissen, was es mit dem Fohlen auf sich hat. Die Bezeichnung prägt sich ein, ist ungewöhnlich und unübertragbar. Herausragend auch das bayrische Mia san mia. In Sachen Identitätsstiftung dürfte dieser Spruch der Bayernelf unangefochten vorne liegen. Mit einem guten Schuss Humor, aber – mir zumindest – nicht sehr geläufig, präsentiert sich der FSV Mainz 05, nennt er sich doch der Karnevalsverein.
  • Im Marketing heißt es, der Slogan soll Begeisterung für das Produkt auslösen, indem er etwas über die Leistung des Produktes aussagt. Das kann entweder im Produkt selbst begründet sein oder aber in dem, was es für den Kunden bedeutet. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Fohlenelf schon wieder ein paar Tabellenplätze abgestiegen, während Mia san mia seinen 1. Platz zementiert. Beim Karnevalsverein sollen böse Zungen außerhalb von Mainz … Ach, lassen wir das. Da ist der FC Köln der weitaus bessere Kandidat. Er wirbt mit dem Slogan: Spürbar anders. Hm, das könnte arg nach hinten losgehen beim derzeitigen Tabellenplatz, tut es aber nicht. Und das nur aus einem einzigen Grund: Den Slogan kennt doch keiner, oder? Fußballclubs tun also gut daran, sich bei der Entscheidung für einen Slogan genau zu überlegen, was der anrichtet, wenn es mal nicht so gut läuft.

Dann schauen wir uns mal die dritte Forderung an: Ein Slogan soll stilistisch brillieren. Das heißt, er soll in der Wahl der Sprache, des Rhythmus‘, der Kreativität in der Wortbildung und seiner Metaphern herausstechen. Urteilen Sie selbst. Und hier nenne ich jetzt bewusst ein paar andere Slogans: Hamburger HCV. Nur der HSV. VfB Stuttgart. Furchtlos und treu. Hannover 96. Unsere Stadt. Unser Verein. Unsere Leidenschaft! Tja, ich fürchte, da ist noch viel Spielraum nach oben.

Der Sonderfall der roten Bullen

Die einzigen, die etwas aus dem üblichen Einerlei (wie gerade die letztgenannten Beispiele zeigen) hervorstechen, sind die Leipziger. Was nicht verwundert, sind doch Name und Slogan des Clubs durch den Sponsor vorgegeben: RB Leipzig. Die Roten Bullen. Interessanterweise habe ich hier jedoch den Eindruck, dass gerade wegen der Verbindung zu einem Produkt außerhalb der Fußballwelt dieser Slogan nicht gerne von Moderatoren und Reportern aufgegriffen wird. Die Kontrolle der Red Bull GmbH über den Verein hat ja auch zu Anfang zu massiven Protesten geführt. Das Zugehörigkeitsgefühl zu einem Fußballverein ist hierzulande hochemotional und entsprechend empfindsam zeigten sich die Gemüter, wenn sich Fußballer wie Fans vor den Wagen der Red Bull GmbH spannen lassen. Inzwischen scheint man sich aber daran gewöhnt zu haben. Zum Vergleich: Der VfL Wolfsburg, deren Gesellschafterin zu 100 % die Volkswagen AG ist, hat den Slogan Arbeit. Fußball. Leidenschaft. Bei der Gründung des Vereins für Leibesübungen 1945 war man bei der Darstellung nach außen, was die Verbindung von Sponsor und Fußballer anging, da noch ein wenig zarter besaitet. Oder irgend jemandem fiel auf, dass ein Slogan wie  Die Käfer dann vielleicht doch der Sache, bzw. der Volkswagen AG, nicht dienlich ist.

Und der Gewinner ist …

In Sachen Slogan darf die Fußballwelt noch dazulernen. Wer sagt denn, dass man einen Slogan nicht auch mal ändern darf – mit Hilfe von Leuten, die etwas davon verstehen. Sonst befindet man sich als Fußballer in einem Gefängnis hinter Gittern, wie der Slogan des SV Werder Bremen nahelegt: Lebenslang Grün-Weiß. Hier nun meine Tabelle mit den Bundesligaplätzen in Sachen Slogan – und ich bitte zu beachten, dass die Rangfolge nichts mit eventuellen persönlichen Vorlieben für einzelne Mannschaften zu tun hat:

PlatzVereinSloganPunkte
11. FC BayernMia san mia18
2RB LeipzigDie Roten Bullen16
3Borussia MönchengladbachDie Fohlenelf13
4Bayer 04 LeverkusenDie andere Familie10
5FC FreiburgDie Breisgau-Brasilianer10
6Eintracht FrankfurtDie Adler9
7FC Schalke 04Wir leben dich9
8Borussia DortmundEchte Liebe9
91. FSV Mainz 05Der Karnevalsverein8
10Hamburger SVNur der HSV8
111. FC KölnSpürbar anders8
12VfL WolfsburgArbeit. Fußball. Leidenschaft.8
13Hannover 96Unsere Stadt. Unser Verein. Unsere Leidenschaft!6
14TSG 1899 HoffenheimEin Team. Ein Weg. Einmalig.6
15FC AugsburgEine Region – Ein Verein – Eine Leidenschaft6
16Hertha BSCDie Zukunft gehört Berlin4
17VfB StuttgartFurchtlos und treu4
18SV Werder BremenLebenslang grün-weiß2

 

Nicht alle Mannschaften der 1. Bundesliga sind aufgeführt, da ich nicht alle Slogans kenne oder die Mannschaften evt. keinen Slogan haben.

Share