Was viele über Texter nicht wissen

Bildquelle: Paul-Georg Meister / pixelio.de

Vor ein paar Tagen, war es wieder mal soweit: Ein Kunde, der vor Jahren seine Website von mir texten ließ, meldete sich wieder. Die Texte stünden immer noch unverändert auf der Website, so zufrieden seien sie damit. Jetzt hätte er auch einen Imagefilm gemacht. Vielmehr sei bisher nur gefilmt worden, alles, was das Unternehmen so bildlich hergäbe mit all den technischen Geräten. Aber mit dem Text dazu seien Sie noch nicht zufrieden. Den hat der Filmemacher gemacht und ich möge ihn doch bitte überarbeiten. 90 Sekunden sollen es werden. Ich stutzte. Wie das denn gehen soll, wenn ich gar nicht das Bildmaterial habe, fragte ich. Text und Bild müssen doch genau aufeinander abgestimmt sein, sonst gibt es immer wieder eine Text-Bild-Schere. Aber er meinte, das kriegen wir schon hin. Und natürlich lasse ich keinen Kunden hängen.

Gute Texte

Im Text war so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen kann: Eine Häufung von nichtssagenden Adjektiven wie qualifiziert, effizient und geschult, wie sie für jedes Unternehmen gelten und ebensolchen Substantiven, wie Qualität, Sorgfalt und Zuverlässigkeit. Eine Lobhudelei nach der anderen – unerträglich.

1. Konzept, 2. Text, 3. Bild

Schade, dachte ich bei mir. So ein tolles Unternehmen und so eine vertane Chance, es auch genauso darzustellen.  Wären Sie vor den Filmaufnahmen zu mir gekommen, hätten wir gemeinsam ein Konzept entwickelt und ich hätte das Drehbuch entsprechend geschrieben, sodass letztlich die Kameraaufnahmen ganz gezielt daraufhin hätten vorgenommen werden können – was in der Regel viel Zeit (und Geld) einspart.

Menschen und nicht nur Technik schaffen Vertrauen

Ich machte mir die Mühe, einen Alternativvorschlag mit einem richtigen Storyboard zu entwickeln und zeigte Ihnen, wie so ein Mini-Drehbuch für einen Imagefilm für dieses Unternehmen aussehen könnte, wo vieles nicht gesagt, sondern gezeigt wird und Menschen statt Maschinen im Vordergrund stehen, weil es einfach wichtig ist, Vertrauen aufzubauen. Das erreiche ich nicht durch die Darstellung der neuesten Technik, die nur Insidern etwas sagt. Gerade ein Familienbetrieb wie dieser, der auch noch ausschließlich regional tätig ist,  hat ganz andere Möglichkeiten, sich zu präsentieren.

Ein Beispiel: Wenn Sie einen neuen Zahnarzt suchen, dann wollen Sie auch nicht hören, welche neuesten Diamantschleifbohrer bei Dr. X zum Einsatz kommen. Sie wollen ein Gespür dafür bekommen, ob dieser Mensch die richtige Diagnose stellt, sie kompetent berät und behandelt. Das ist schwer im Vorhinein genau zu beurteilen, aber entscheidend ist letztlich das Gefühl: Dem kann ich vertrauen!

Fragen Sie Ihre Texterin um Rat bevor Sie beginnen

Leider war es bei meinem Kunden zu spät, wie ich befürchtet hatte. Es war schon zu viel in die Aufnahmen investiert worden, um hier nochmal nachzudrehen. Aber er erkannte, dass es der bessere Weg gewesen wäre und will sich das fürs nächste Mal merken.  Und deshalb hier nochmal ganz fett für alle:

Texter schreiben nicht nur die besseren Texte, sie machen auch Konzepte. Und deshalb sollten sie direkt zu Beginn eines Projektes, insbesondere eines Imagefilmes, hinzugezogen werden. Dann kann das Ergebnis alle überzeugen.

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