Textprobe Autobiografie

deutsch-deutsche Autobiografie

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Vorwort

In einer Zeit, in der Krimis, Fantasiegeschichten und Sachbücher die Bestsellerlisten erobern, mag es verrückt anmuten, wenn ein völlig unbekannter Mann im Alter von 84 Jahren seine Lebensgeschichte aufschreibt, diese mit allerlei praktischen Erfahrungen anreichert und glaubt, damit das Interesse vieler Leser zu wecken und jungen Menschen Mut zu machen. Aber es ist genau das, was mein Leben ausgemacht hat und was es mir möglich machte, aus den allerärmsten Verhältnissen zum Millionär aufzusteigen: An die Idee glauben, Ärmel hochkrempeln und machen! Und das ist kein amerikanischer Traum, sondern ein urdeutscher, der in beiden Teilen Deutschlands, im Osten wie im Westen, spielt.
Das Bauen war meine große Leidenschaft. Insgesamt habe ich sieben Häuser und zwei Hallen, größtenteils mit meinen eigenen Händen, gebaut. Den Bungalow, in dem ich jetzt wohne, habe ich erst vor drei Jahren, also mit 81 Jahren, in Angriff genommen. Ich bin überzeugt, dass auch heute noch Menschen mit wenig Geld ein eigenes Haus bauen können, denn durch kluges Vorgehen lässt sich viel Geld einsparen. Das Schaffen von Werten, aber auch die körperliche Arbeit und der sichtbare Fortschritt beim Hausbau bringen eine große Befriedigung mit sich. Dies hat mich in meinem Leben immer wieder angespornt und jung gehalten.
Aber es geht in diesem Buch nicht nur ums Bauen. Auch die menschlichen Beziehungen, meine Familie, die Frauen und vor allem die unzähligen Berufe, die ich ausgeübt habe, spielen eine große Rolle. Was auch immer ich in Angriff nahm, es erwies sich als Goldgrube. Alles, was Sie in diesem Buch über mein Leben lesen, ist wahr. Nichts ist erfunden oder hinzugedichtet – auch wenn es manchmal unglaublich erscheinen mag. Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Zeiten sich geändert haben und junge Menschen heute unter ganz anderen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen ihren Weg finden müssen. Aber ich bin überzeugt, dass die eigene Grundhaltung entscheidend ist für das, was jemand aus seinem Leben macht. Der wahre Reichtum liegt im Menschen selbst. Und daher nehme ich mit diesem Buch mein letztes großes Vorhaben in Angriff. Möge es allen, die es lesen, als Ansporn und Beweis dienen, dass es sich lohnt für seine Ziele einzutreten und alles dranzusetzen, sie zu verwirklichen.
Ihr
XXX

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Memoiren einer untypischen Gastarbeiterin

Im Remagener Jugendbahnhof findet heute, am 28.11.2013, eine ungewöhnliche Lesung statt. Emine Balfi liest aus ihrer noch in Entstehung begriffenen türkisch-deutschen Autobiografie vor.

Seit 1994 ist sie in Remagen: Emine Balfi, die türkische Frau, die in so vielen Gremien aktiv ist und das gesellschaftliche Leben Remagens mitprägt. Das ist nicht selbstverständlich, viele ihrer Landsleute, die wie sie als sog. „Gastarbeiter“ nach Deutschland kamen, leben nach wie vor isoliert in türkischen Kreisen. Balfi dagegen hat sich auf vorbildliche Weise integriert. Umso bemerkenswerter, wenn man ihre Vorgeschichte kennt. Nach einer Kindheit mit Missbrauch und Gewalt wurde sie von ihrem Mann nach Deutschland geschickt, musste sich von Familie, Kindern und ihrer geliebten Stadt Adana trennen und begann in der Fremde ein neues Leben voller Tücken und Schicksalsschläge. Aber sie begegnete auch liebevollen Menschen, die ihr halfen, immer wieder nach vorne zu schauen. Ihr Vorhaben, ihre größtenteils dramatische Lebensgeschichte zu veröffentlichen, wird als Beitrag zur Völkerverständigung vom bundesweiten Programm Toleranz fördern- Kompetenz stärken mit dem Remagener Moscheeverein als Träger gefördert.

Die Lesung beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Anschließend gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

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