Ich mach mir mein Geld, wie es mir gefällt

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Von Knickwürsten, Polenschlüsseln, Applasshandel und anderen frag- oder denkwürdigen Geschäftsideen

populäres Sachbuch, Beispielkapitel:

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… oder den Burgerbrutzler

Da wir gerade bei der Vorstellung sind, dass wir gemütlich auf dem Sofa sitzen und das Essen mundgerecht serviert bekommen, wollen wir auch das große Heer derjenigen nicht vergessen, denen McDonald‘s eine zweite Heimat bietet, zumindest für die Dauer der Mahlzeiten – was ja kurz genug ist. So reicht auch der Platz für alle, die dorthin strömen und sich mit Burgern, Cola und Fritten das Leben versüßen und verkürzen. Auch für sie muss gesorgt werden. Den Brüdern Richard und Maurice McDonald postum ein herzliches Dankeschön. Was wäre die Welt ohne die leuchtend gold prangenden Bögen, die uns im noch so entlegensten Teil der Welt – ausgenommen Bolivien (Die Bolivianer wissen nicht, was ihnen entgeht. Ignoranten!) – das Gefühl des Vertrauten geben und uns notfalls vor grausamen Ernährungsumstellungen auf gebratene Kakerlaken oder marinierte Maden bewahren.

Warum nur, fragen wir uns, macht McDonald‘s es seinen Schützlingen so schwer? Zumindest hierzulande. Nach Jahren der getreuen Pilgerschaft und zunehmender Leibesfülle fällt es McDonald’s-Jüngern immer schwerer, sich in die heimelige Filiale aufzumachen. Wir fordern einen Lieferservice. In arabischen Ländern gibt es den nämlich schon. Da kann der Verhungernde und Verdurstende sogar aus der Wüste per Handy seinen Lieblings-Burgerbrutzler zum Beispiel in Dubai anrufen und den Hamburger Royal TS® samt Milchshake zu Meilenstein 487 ordern. McDonald’s als Lebensretter in der Wüste – wer hätte das gedacht? Da nimmt man doch gerne das Knirschen zwischen den Zähnen und ein paar geronnene Klümpchen im Shake in Kauf.

Es sollte doch ein Leichtes sein, auch die deutschen Darbenden zu beliefern. Sie sind jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit so zahlreich, dass es sich lohnt, McTaxi ins Leben zu rufen. Zwei Varianten sind denkbar: 1. Ein unabhängiger Lieferservice, der Bestellungen entgegennimmt, zu McDonald‘s fährt, einkauft und abliefert. Schnell umgesetzt, kein großer Aufwand erforderlich, außer für die Vermarktung. Denn als No-Name damit bekannt zu werden, ist nicht ganz einfach. Wer Sorge hat, zu wenige Aufträge zu bekommen, kann den Service in einen allgemeinen regionalen Lieferservice, wie es sie überall gibt (für Getränkekästen, Einkauf für Omis usw.) integrieren. 2. Die andere Möglichkeit eignet sich für solche, die verhandlungsstark sind und überzeugen können. Die sollten zu McDonald‘s gehen und Ihre Geschäftsidee anbieten, sodass sie dann mit goldenen Ms (die Amerikaner nennen sie liebevoll The Golden Tits of USA) auf Autos und Motorrädern erkennbar als McDonald‘s Delivery Service durch Deutschlands Städte kurven. Damit auch diejenigen der Werbung nicht entgehen, deren täglicher Weg nicht am großen M vorbeiführt.

Es scheint, dass McDonald’s unseren Wunsch erhört hat, noch bevor wir ihn mit diesem Buch öffentlich machen. Denn während des Schreibens erreicht uns die Nachricht, dass McDonald’s an einem einzigen Samstag einen Lieferservice in Osnabrück getestet hat und einen solchen in Wien seit zwei Monaten betreibt. Im Grunde ein Zeichen, dass wir mit unserem Geschäftsvorschlag auf der richtigen Fährte sind. Zumal ein Sprecher von McDonald’s dazu sagt: „Aktuell planen wir keine bundesweite Einführung eines Lieferdienstes in ganz Deutschland. Das schließt allerdings lokale Aktionen nicht aus.“ Also nichts wie ran an den Speck.

Mehr dazu auf www.geldgefällt.de

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