Welche Kondome bevorzugen Einhörner?

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Texter müssen immer Kreativität beweisen, damit der Kunde sich mit seiner Außendarstellung vom Rest der werbenden Masse abhebt und mit seinen Texten ebenso originell wie authentisch-überzeugend wirkt.

Für Start-Ups zu texten ist dabei eine ganz besonders spannende Angelegenheit. Die Energie, die Gründer mitbringen, empfinde ich als etwas ganz Besonderes. Ich lasse mich gerne begeistern und wenn dann noch die Unternehmer selber den Mut haben, nicht mit den üblichen Floskeln aufzutreten, kann sich für eine lange Zeit eine wunderbare Zusammenarbeit ergeben, in der ich dem Unternehmen ein unverwechselbares Textprofil gebe.

Die Ausschreibung

Dies gelingt dann besonders gut, wenn ich schon in den Ausschreibungen oder Vorgaben des Kunden etwas Ungewöhnliches entdecke, das zu genau dieser Kreativität inspiriert. Der heutige ungewöhnliche Betreff des Newsletters hat damit zu tun. Wie es dazu kam, will ich Ihnen erzählen:

Gestern entdeckte ich eine Ausschreibung im Internet mit folgendem Inhalt:

Wir benötigen für unser Start-up Unterstützung dabei, unsere Story, Mission und Produkte sprachlich auf den Punkt zu bringen.
Wir freuen uns über kreative Wortakrobaten, die mit rebellischer Feder auch die Texte der Einhorn-Kondome und Lemonaid-Getränke verfassen könnten.

Das Anschreiben

Zwei Sätze, die ausreichten, mich neugierig zu machen. Ich schrieb dem Unternehmer, der namentlich angegeben war, an. Und zwar so:

Betreff: Welche Kondome bevorzugen Einhörner?

Hallo Herr W…,

wussten Sie, dass fast alle Einhörner Kondome aus Polyurethan wählen?
Seltsam oder? Man sollte meinen, sie bevorzugten Naturkautschuk oder Schafsdarm.

Warum Einhörner diese merkwürdige Wahl treffen, verrate ich Ihnen gleich.
Zuvor sollten Sie wissen, dass ich liebend gerne Texte für Einhorn-Kondome ebenso wie für Lemonaid-Getränke verfasse: auf den Punkt, zielgruppengerecht, informativ oder unterhaltsam oder beides zugleich. Lang, kurz, dick, dünn, gar gekocht oder roh. So wie es für Kunden und Produkte am besten ist. Am liebsten mit einer spannenden Story. Schauen Sie nach auf www.atemwort.de.

Apropos Story: Kondome werden leider nur in menschlichen Größen hergestellt. Doch sind die aus Polyurethan reißfester als alle anderen. Damit sind selbst Einhörner auf der sicheren Seite.

Das sind Sie auch mit meinen Texten für Ihr Start-Up-Unternehmen.
Ein Beispiel für einen Start-Up-Text mit junger Zielgruppe finden Sie im Anhang.

Ich freue mich von Ihnen zu hören.
Mit den besten Grüßen

 

Die Antwort folgte umgehend. Herr W. bat mich um ein Telefonat und in wenigen Tagen wird mein Angebot auf seinem Schreibtisch liegen.

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7 Punkte für ein gutes Texter-Briefing

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Eine neue Broschüre, die Website oder gar ein Buch über Ihr Fachthema sind Ihre wichtigsten Aushängeschilder für Ihr Unternehmen. Mit entsprechender Sorgfalt sollte der Text dafür erstellt werden. Am besten von einer Profi-Texterin, die weiß, wie Ihre Zielgruppe spricht. Und mit entsprechender Kompetenz sollte sie gebrieft werden, denn davon hängt die Qualität des Ergebnisses ab: Das, womit Sie sich als Unternehmer präsentieren. Und so funktioniert die Zusammenarbeit für alle zufriedenstellend:

  1. Passion und Inspiration

Stellen Sie Ihrer Texterin Ihr Unternehmen und Ihr Produkt mit eigenen Worten vor. Jede noch so detaillierte schriftliche Darstellung ersetzt nicht die persönliche Vorstellung. Denn Ihre Leidenschaft, Ihr Fokus auf bestimmte Details, Ihre Art zu reden, Ihre Ziele vermitteln sich im persönlichen Gespräch spürbar sinnlicher. Begeisterung kann die Texterin infizieren und beflügeln. Dann sind oft die Daten nur noch Nebensache. „Ein inspirierendes Briefing setzt Energie frei, die nicht durch Datensammlungen […] oder andere Umwege und Bedenken erstickt wird.“, schreibt Ogilvy, eine der führenden deutschen Werbeagenturen.

  1. Ihre Botschaft

Ihre Botschaft ist natürlich der Kern des Ganzen. Worum soll es in dem Text gehen? Welche Inhalte müssen unbedingt rein, welche können rein und welche dürfen auf keinen Fall rein? Sie müssen das nicht ausformulieren, Stichpunkte reichen meist. Vielleicht gibt es ja auch Nebenbotschaften, die aufgenommen werden müssen. Die Texterin muss eine Vorstellung davon bekommen, welche Aufgabe der Text erfüllen muss.

  1. Ein Bild von Ihren Lesern

Wer soll das am Ende lesen? Diese Frage ist eine der entscheidendsten und wird nicht selten zu wenig beachtet. „Menschen zwischen 20 und 30 Jahren“, „Unternehmer im Raum Bonn-Rhein-Sieg“ – solche Angaben sind zu unbestimmt, um zu einer wirklich treffenden Ansprache zu führen. Machen Sie sich Gedanken darüber, was Ihre Zielgruppe liebt, wo sie sich aufhält, was sie fürchtet, mit welchen Dingen sie ihre Zeit verbringt und dergleichen mehr. Je genauer Sie und Ihre Texterin die zukünftigen Leser oder Kunden kennen, umso treffsicherer werden die Ideen sein, mit denen sie deren Aufmerksamkeit erreichen. Bitte machen Sie sich die Mühe genau zu unterscheiden, ob diejenigen, die Sie mit dem Text ansprechen wollen, schon Ihre Kunden sind oder ob es eine andere Zielgruppe ist, die Sie vielleicht erst noch als Kunden gewinnen wollen. In diesem Zusammenhang können Sie schon ansatzweise den Stil besprechen: Soll die Tonalität sachlich-informativ, emotional-bewegend, hipp oder seriös sein?

  1. USP oder UBP

Unique Selling Proposition – welcher Unternehmer hat nicht schon davon gehört, da lange Zeit das Herausstellen eines einzigartigen Nutzens für unumgänglich galt, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Es lohnt sich sicher immer noch darüber nachzudenken. Schwierig wird es allerdings dann, wenn Sie ein Produkt haben, das sich von denen anderer Unternehmen nicht oder kaum unterscheidet, z. B. Strom. Dann zeigt sich, dass der UBP, Unique Brand Proposition, entscheidend ist, der das Gesamtpaket in den Fokus stellt und eine Marke mit klar definierten Werten ausstattet, wie zum Beispiel Ökostrom oder ein Energieanbieter mit hoher sozialer Verantwortungsbereitschaft. Andere sehen UBP als Kürzel für Unique Buying Proposition. Beides läuft letztlich auf die Frage hinaus: Warum sollten Ihrer Meinung nach die Leute zu Ihnen kommen und nicht zur Konkurrenz gehen?

  1. Ehrliche Selbst- und Marktanalyse

Versuchen Sie nicht, Ihrer Texterin etwas vorzugaukeln. Benennen Sie klar nicht nur Ihre Stärken, sondern auch Ihre Schwächen. Wenn Sie mit den Dumpingpreisen der Konkurrenz nicht mithalten können, muss sie das wissen. Ebenso wie Ihre eigenen Stärken und Schwächen, sollten Sie auch die der Konkurrenz kennen. Denn nur so kann die Texterin das herausarbeiten, was Ihr Unternehmen oder Ihr Produkt im Vergleich auszeichnet.

  1. Genaue Leistungsbeschreibung

Jedes Schriftwerk, jede Textart verlangt außerdem seine ganz eigenen Vorab-Informationen. So sollte beispielsweise bei einem Webseitentext eine SEO-Analyse vorliegen. Nach welchen Begriffen googeln die User? Viele Webtexter bieten auch an, diese Analyse zu erstellen. Bei regelmäßiger Contentlieferung für das Unternehmensblog stellen sich Strategiefragen. Bei einem Sachbuch müssen vorher Fragen über den Umfang und nötige Rechercheleistungen geklärt werden. Je präziser Ihre Angaben zu Ihren erwarteten Leistungen sind, umso weniger Missverständnisse, Enttäuschungen oder gar Ärger gibt es später.

  1. Unterlagen

Sie haben jede Menge Informationsmaterial? Schütten Sie um Himmels willen Ihre Texterin nicht damit zu. Wer sich erst durch hunderte Seiten Unternehmensberichte durchwühlen muss, verliert am Ende den Blick fürs Wesentliche bei der anstehenden Aufgabe. Wählen Sie schon im Vorfeld aus, welche Fakten und welches Hintergrundwissen für Ihre Texterin wirklich nützlich ist. Sie kann das nämlich erst entscheiden, nachdem Sie zumindest einen Teil gelesen hat und vergeudet damit wertvolle Zeit. Umgekehrt ist es natürlich auch für die Texterin frustrierend, wenn sie gar nichts an die Hand bekommt und alle Informationen mühsam an verschiedenen Stellen einsammeln muss. Auch das kostet Zeit und Geld!

Sollten Sie im Gespräch mit Ihrer Texterin nicht mehr alle Punkte im Kopf haben, macht das gar nichts. Eine gute Texterin erkennen Sie daran, dass Sie im Briefing alles das und möglicherweise noch mehr abfragt.

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Ghostwriter für Autobiografien

Was Sie schon immer darüber wissen wollten

 

Ghostwriter-Autobiografie

Bildquelle: DoD photo by Erin A. Kirk-Cuomo.

 

Was erwartet den, der seine Autobiografie schreiben lassen will?

Die Autobiografie ist eines der persönlichsten Werke, die in Buchform erscheinen können. Meist dauert es Jahre, bis sich jemand entschließt, diesen Schritt zu tun und sein Leben der Öffentlichkeit zu präsentieren. Denn nicht selten gehört eine große Portion Mut dazu.

Mut, weil es dann schwarz auf weiß da steht, alle es lesen können und die Autorin sich angreifbar macht. So wird zuweilen demjenigen, der seine Lebenserinnerungen veröffentlicht, ein übergroßes Ego nachgesagt. Ein Vorurteil, mit dem der Autor zu leben lernen muss.

Mut, weil der Prozess des Schreibens immer auch ein Prozess der Auseinandersetzung mit den Erfahrungen ist. Solange es schöne Erinnerungen sind, ist es – bis auf etwas Wehmut, die aufkommen kann – meist kein Problem. Aber gegen manche, eher schmerzhaften Erinnerungen gibt es innere Widerstände. Will ich mich dem stellen? Will ich darüber berichten? Und will ich den Schmerz womöglich erneut erfahren? Das sind Fragen, die sich jeder, der über ein autobiografisches Werk nachdenkt, mehr oder weniger bewusst stellt.

Wer ist Autor oder Autorin?

Falls Sie über den Gebrauch der Begriffe Autor/Autorin und Ghostwriter stolpern, will ich gleich zu Anfang klarstellen, dass ich mit Autor/Autorin immer den- oder diejenige meine, um dessen/deren Leben es geht und unter dessen/deren Namen das Buch am Ende erscheint. Der Ghostwriter ist gewissermaßen der verlängerte Arm, geschult darin, alles in professioneller Weise zu Papier zu bringen. Er/Sie wird hier in diesem Text nicht als AutorIn bezeichnet. Der Ghostwriter stellt seine Kenntnisse im Verfassen biografischer Bücher in den Dienst einer anderen Person und verzichtet auf sein Recht, als Autor genannt zu werden. Auch hier gibt es Ausnahmen. So wird inzwischen immer häufiger der Ghostwriter als Mitwirkender auf dem Buchcover genannt. Die Urheberschaft des autobiografischen Werkes liegt beim Ghostwriter, denn die ist im deutschen Recht nicht abtretbar. Wohl aber kann der oder die Ghostwriter-UrheberIn alle Nutzungsrechte abtreten.

Wer kann oder sollte einen Ghostwriter beauftragen?

Wenn Politiker, Filmstars und andere Berühmtheiten ihre autobiografischen Werke veröffentlichen, ist den meisten klar, dass ein Ghostwriter daran mitgewirkt haben könnte. Aber nicht nur für diese Personengruppe, sondern auch für jeden anderen Autor, mag er bekannt sein oder nicht, gibt es gute Gründe, einen Ghostwriter zu beauftragen. Hier ein paar der häufigsten aus Sicht der Auftraggeber:

  • Ich habe nicht die Zeit selber zu schreiben.
  • Ich weiß nicht, wie ich so ein Buch aufbauen soll.
  • Für mich ist Schreiben eine qualvolle Aufgabe.
  • Ich bin unsicher im Deutschen, da es nicht meine Muttersprache ist.
  • Mein Stil gefällt mir nicht. Ich kann mich nicht so ausdrücken, wie ich es empfinde.
  • Ich habe angefangen, komme aber einfach nicht weiter.
  • Ich wünsche mir, dass ein unbeteiligter Dritter mit dem nötigen Abstand mir sagt, wo es zu privat, zu unpersönlich oder zu peinlich wird.
  • Ich brauche für das Erinnern einen Partner, dem ich alles erzählen kann.
  • Meine Freunde sagen, ich erzähle zu langatmig.

Wie finde ich den richtigen Biografieschreiber?

Diese Frage stellt sich unmittelbar jedem, nachdem er sich entschlossen hat, jemand anderen mit dem Aufschreiben seiner Lebensgeschichte zu beauftragen. Wenn Sie nicht im Bekanntenkreis zufällig eine Empfehlung bekommen, ist das Internet der schnellste und bequemste Weg. Hier können Sie mit Ihren Suchbegriffen suchen und die Angebote verschiedener Ghostwriter vergleichen oder sich in geeigneten Profi-Portalen wie dem Texttreff umsehen. Haben Sie sich für eine kleine Auswahl entschieden, sollten Sie unbedingt persönlichen Kontakt aufnehmen. Bei keiner anderen Buchgattung ist es so wichtig, im Vorfeld zu erfahren, ob Autorin und Ghostwriter sich verstehen, ob die Chemie stimmt und Sie glauben, sich diesem Menschen gegenüber öffnen zu können. Vertrauen zwischen Ghostwriter und Auftraggeber ist unabdingbar.

Was kostet das Ghostwriting?

Preise werden auf den Ghostwriter-Webseiten allerdings in den seltensten Fällen genannt, da jeder Ghostwriter individuell nach Aufwand kalkuliert. Hier fließen Faktoren ein wie: Muss der Ghostwriter historische Fakten nachrecherchieren oder sollen lediglich die Quellen des Autors herangezogen werden? Wie viele Seiten soll das fertige Werk umfassen? Gibt es bereits geschriebene Textteile? Wenn ja, in welcher Qualität? Möchten Sie am Ende ein fertiges Buch für den Eigenbedarf oder wollen Sie sich auf Verlagssuche begeben? Wie hoch soll die Auflage sein, falls sie das Buch selber herausbringen wollen? Soll auch ein Exposee für die Verlagssuche erstellt werden? Soll ein Lektorat mitgeliefert werden? Gilt die Verschwiegenheitspflicht für den Ghostwriter oder darf er öffentlich mit seiner Mitautorenschaft werben? So kann es kommen, dass eine Autobiografie 2.000 oder 20.000 Euro kostet.

Worauf muss ich beim Ghostwriter-Vertrag achten?

Haben Sie sorgfältig geprüft, mit wem Sie das Abenteuer Autobiografie in Angriff nehmen wollen, dann können Sie mit dem Ghostwriter Ihres Vertrauens einen Vertrag abschließen, in dem unter anderem die genannten Fragen, die Vergütung und die Zeitplanung geregelt werden. Achten Sie darauf, dass Ihnen ein Rücktrittsrecht zu einem festgelegten Zeitpunkt eingeräumt wird, falls Sie nach einer Weile feststellen, dass Sie die Zusammenarbeit doch nicht fortführen wollen oder können. Ein solcher Zeitpunkt liegt nahe z. B. nach dem ersten Kapitel oder nach 30 verfassten Seiten, die für ein Exposee gebraucht werden. Im Übrigen gilt hier wie bei sonst auch: Jeder Vertrag ist nur so gut, wie das Vertrauen der beiden Vertragspartner ineinander.

Wie gelingt es der Auftragsschreiberin in meinem Sinne zu schreiben?

Ein guter Ghostwriter muss ein guter Zuhörer sein! Er wird sich viel Zeit für die Vorarbeit des Schreibens nehmen. Dazu gehören die Interviews, die am Beginn jeder Zusammenarbeit stehen. Er wird nicht nur erfahren, was Sie erlebt haben, sondern auch die Art und Weise aufnehmen, wie Sie erzählen, welche Wörter sie benutzen, wie Ihr Ton ist und wie Sie die Welt sehen. Sind Sie ein fröhlicher Mensch, der das Leben leicht nimmt und manche Hürde mit Humor nimmt oder sind Sie ein eher nachdenklicher Mensch, der gerne reflektiert und philosophiert. Was sehen Sie mit trauerndem, was mit wütendem oder liebendem Blick? All die feinen Varianten dazwischen nimmt er mit auf und lässt sie in die Schreibarbeit einfließen. Er weiß die richtigen Fragen zu stellen, um Ihr Erinnerungsvermögen aufzufrischen, um einzelne Situationen und die zugehörigen Gefühle wieder lebendig werden zu lassen und vor allem hat er Respekt vor der seelischen Arbeit, die Sie leisten. Das (hoffentlich) hohe Maß an Empathie ermöglicht letztendlich dem Ghostwriter mit seinen Kunden mitzufühlen und ganz in ihrem Geiste zu schreiben.

Warum schreibt der Ghostwriter nicht genauso, wie ich mein Leben erzähle?

Der Ghostwriter steht vor der Aufgabe aus Ihrem Lebensweg eine spannende Geschichte zu machen, die Leser fesselt. Das gelingt in den seltensten Fällen, indem er einfach nur in ordentliche Sätze packt, was zuvor im Interview vielleicht etwas holprig mitgeteilt wurde. Die meisten Menschen erzählen chronologisch von der Wiege oder sogar von den Vorfahren bis hin zum jetzigen Zeitpunkt des Lebens. Das kann schnell zu einer langweiligen Aneinanderreihung werden à la „Und dann passierte … Und dann kam … Und dann…“ Das hält keinen Leser bei der Stange. Hat er dagegen ein wichtiges Thema, z. B. einen Lebenstraum, aufgespürt, kann er einen Spannungsbogen aufbauen. Der Ghostwriter muss also idealerweise auch Kenntnisse in literarischen Gattungsformen haben und wissen, was einen Roman spannend oder eine Erzählung ergreifend macht. Er schildert zum Beispiel zu Beginn eine einschneidende Begebenheit, um so neugierig zu machen, wie es dazu kam. Ein Beispiel dafür ist die Autobiografie von Emine Balfi Maulbeerstock und Minirock, an der ich als Ghostwriter mitwirken durfte.

Ebenso wird Ihr Ghostwriter vieles ausgleichen, was bei der direkten Übertragung des Erzählten ins Schriftliche vielleicht zu arrogant, zu aggressiv, zu naiv, zu übertrieben oder zu sonstwas wirken könnte. Es bedarf eines hervorragenden Fingerspitzengefühls und die Beherrschung verschiedener Schreibstile, um Ihre Botschaften auf authentische Weise zu transportieren.

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Wer korrigiert denn da?

Rechtschreibkorrektur

 

 

Groß und klein, mit und ohne Komma

Ja, ja – die Automatisierungsprozesse bei Texten bringen immer wieder wunderliche Dinge zutage. Dazu gleich mehr. In den letzten Tagen las ich noch einen amüsanten Beitrag auf Facebook über Groß- und Kleinschreibung und einen über die Folgen falscher Kommasetzung. Warum ist beides so wichtig im Deutschen? Nun ja, die beiden kürzesten Beispiele mögen als Anschauungsunterricht ohne weitere Begründung genügen: 1.Die Spinnen. Die spinnen. 2. Wir essen jetzt, Opa. Wir essen jetzt Opa.

Rechtschreibfehler?

Heute bekam ich eine Mail von einer mir unbekannten „Lektorin“, die meine Website mit Hilfe einer Online-App auf Tippfehler hin untersucht hatte und mich auf das fehlerhafte Wort „schriebe“ auf www.eine-wie-ich.de/?paged=2 hinwies, nicht ohne ihre Dienste, bzw. die ihrer App anzubieten. Damit ich mit meinem Webauftritt nicht „im schiefen Licht“ erscheine.

Gut gemeint, liebe Frau, und voll daneben. Die App erfasst nicht einmal, dass hier der Konjunktiv gemeint und geboten ist. Was eigentlich noch eine der leichteren Übungen sein dürfte, da der Satz mit „Was wäre, wenn …“ beginnt. Bei den oben genannten Beispielen zu Groß-/Kleinschreibung und Kommasetzung dürfte es fast unmöglich sein, automatisch zu korrigieren, denn dazu muss man die Intention des Schreibers kennen. Deshalb reicht auch die automatische Rechtschreibkorrektur im Textprogramm nicht aus, um wichtige Texte auf Fehlerfreiheit zu prüfen. Da lobe ich mir meine Kolleginnen Lektorinnen, die genau das leisten, was kein Programm der Welt schafft: im Text das menschliche Ansinnen dahinter zum Leuchten bringen.

Lektorat oder Korrektorat

Dabei wird der Unterschied zwischen Korrigieren und Lektorieren von Laien oft nicht verstanden, weshalb ich ihn hier noch kurz erklären möchte: Ein Korrektorat beinhaltet die Rechtschreib- und Grammatikprüfung eines Textes, das Lektorat ist weitaus umfangreicher und bezieht überdies eine stilistische und oft sogar inhaltliche Prüfung mit ein. Die Lektorin untersucht unter anderem den logischen Aufbau und die Stringenz der Argumentation oder bei einem Roman z. B. Spannungsaufbau und Glaubwürdigkeit der Charaktere.

Übersetzt und verletzt

Noch dubioser als bei der Autokorrektur wird es, wenn es um automatische Übersetzungen geht. Die sind oft so schlecht, dass niemand hier ernsthaft ein gutes Textverständnis erwartet. Als flotte Hilfe, um auf die Schnelle eine annähernde Vorstellung davon zu bekommen, um was es im Text eigentlich geht, sind sie dagegen eine wunderbare Hilfe. Ansonsten verletzen sie eher jegliches sprachliche Feingefühl.

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Das Geheimnis verführerischer E-Mails (Teil 3)

verführerische E-Mails

Das Thema Betreff hatten wir im September schon mal. Beim letzten Newsletter im Januar habe ich gleich zwei „Angelhaken“ in den Betreff eingebaut. Haben Sie die bemerkt? Sicher haben Sie den Betreff nicht mehr im Kopf. Hier ist er nochmal: „Was hat Mamas Suppentopf auf dem Rednerpult…“ Der erste Haken:

Ungewöhnliches kombinieren
Zwei konkrete Dinge werden miteinander in Beziehung gesetzt, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben: Suppentopf und Rednerpult. Die Kombination verwirrt, läst innehalten und weckt die Neugier, denn schließlich wollen wir wissen, wie die zusammenhängen.

Unvollendeter Satz
Der Satz bleibt unvollständig. Ein, ich möchte fast sagen „fieser“, Haken, denn er spielt mit dem Bedürfnis des Gehirns, Sätze vollenden zu wollen. Unsere neurologische Programmierung lässt es fast nicht zu, dass wir diese Unvollständigkeit hinnehmen. Und da es sich hier nicht um ein Sprichwort handelt, dass jeder für sich zu Ende denken kann, bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als nach dem Ende zu suchen, also in den Newsletter hinein zu lesen.

Newsletterprogramm
Das Newsletter-Programm, das ich verwende, gibt mir nach dem Versand die Möglichkeit, genau zu verfolgen, wie viele Empfänger die Mail geöffnet und wie viele die Links darin angeklickt haben. Ein wirklich sehr nützliches Tool, um zu überprüfen, ob man seine Kunden wirklich erreicht. Das Programm verteilt außerdem Sterne als Qualitätsanzeige für den Betreff (und auch für anderes). Bei einer Öffnungsrate von mindestens 30 % gibt es die höchste Sternenzahl . Und ja, die habe ich natürlich erreicht – wie immer. Und das ist selbstverständlich auch mein Ziel, wenn Sie mich beauftragen, regelmäßig Ihren Newsletter zu schreiben.

Der „Fehler“
Ich will Ihnen aber auch nicht den Nachteil meines Betreffs vorenthalten: Die Betreffzeile ist definitiv immer noch zu lang für Smartphone-Nutzer. Hier heißt es, dass die ersten drei bis fünf Wörter die Aufmerksamkeit des Lesers fesseln sollen und „Rednerpult“ steht bei mir an siebter Stelle. Da war der Newsletter mit dem Betreff „Du, du und Sie“ schon wesentlich besser.

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Was macht Ihre Pressemitteilung zum schnittigen Vehikel für Neuigkeiten?

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

Eine Frage, der es sich lohnt nachzugehen. Das dachte sich auch News Aktuell und hat eine Studie mit 1.200 Journalisten durchgeführt. Die Frage: Wie arbeiten Journalisten heute und was wünschen sie sich von Pressestellen in Unternehmen?

Das kostenlose Whitepaper steht zum Download zur Verfügung und enthält unter anderem einen Punkt, der mich natürlich sofort hat aufhorchen lassen:

51 % der Journalisten wünschen sich mehr Storytelling statt Produkt-PR!

Dabei sind Pressemitteilungen in jedem Fall die wichtigsten Quellen, die sie nutzen. Für Ihre Recherche nutzen Journalisten natürlich auch Social Media – und zwar je jünger, um so mehr:

Bis 35 Jahre – 78 %
35 – 45 Jahre – 67 %
45 – 50 Jahre – 55 %
Über 50 Jahre – 38 %

Die sozialen Medien

Blogs, Facebook und sogar Twitter sind beste Plattformen für Unternehmensgeschichten. Immer noch denken zu viele Unternehmer, dass Sie am besten möglichst geballt Zahlen und Fakten „raushauen“. Ein Irrtum, denn die behält niemand. Was dagegen im Kopf bleibt, ist zum Beispiel die Geschichte von Adam Opel, der 1868 die Gastwirtstochter Sophie Scheller heiratete, die als Mitgift einen Lotteriegewinn ihres Vaters mitbrachte und dadurch den Ausbau seines Unternehmens ermöglichte und den jahrhundertelang währenden wachsenden Erfolg mitbegründete. Die Hochzeitsreise machten die beiden in das geliebte Paris. Und nach Frankreich exportierten sie dann auch schon bald ihr Produkte – Nähmaschinen! Erst die Söhne stiegen in den Bau der Fahrzeuge ein, die der Vater noch als „Stinkkutschen“ bezeichnet hatte.

Emotionen (mit-)teilen

Dabei müssen Sie gar nicht mal lange in der Unternehmensgeschichte kramen. Die kleinen alltäglichen Begebenheiten geben Ihrem Unternehmen das menschliche Gesicht. Und ganz gewiss nicht nur die Super-duper-Erfolgsgeschichten, sondern auch die Schlappen und Kämpfe, die ausgefochten werden müssen. Mitfiebern, mitleiden und sich mitfreuen – das sind die emotionalen Bindeglieder zwischen Unternehmen und ihren Kunden.

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Was hat Mamas Suppentopf auf dem Rednerpult des Unternehmertreffens zu suchen?

Mamas Suppentopf

Christine Braune/pixelio.de

Wenn Unternehmer präsentieren

Ich erinnere mich an ein Unternehmertreffen, das ich 2012 besuchte. Ein denkwürdiger Abend. Es gab drei Präsentationen: eine von drei Start-Up-Brüdern, eine von einem Elektrofahrzeughersteller und eine von einem Beamten aus dem Rheinland-pfälzischen Ministerium für Energie.

Der Langweiler

Dieser Letzte redete etwa eine Stunde über den Wandel in der Energieversorgung, die damit verbundenen Probleme und wie Bund und Land damit umgehen. Es begann damit, dass er das Mikrofon aus seiner Halterung nahm und zwischen Projektionswand und Pult hin- und herging. Er hatte sicher einmal gelernt, dass gute Redner sich bewegen. Dass sie dabei aber zum Publikum sprechen sollten und nicht zur Wand, auf der sich unlesbar kleinteilige Grafiken und Statistiken abwechselten, war im wohl entfallen. Ich mache es kurz: Der Vortrag war grauenhaft, die meisten Zuhörer blätterten nach einer gewissen Anstandszeit in den auf ihren Sitzplätzen ausgelegten Prospekten.

Der Stotterer

Den zweiten Vortrag hielt ein Unternehmer, der Elektrofahrzeuge herstellt. Ich hatte von dem Moment an, wo er sich erhob und aufs Rednerpult zuging, Mitleid mit ihm. Er war sich wohl bewusst, dass es für ihn eine große Chance war, sein Unternehmen in diesem Rahmen vorzustellen. Aber er gehörte unverkennbar zu den Menschen, die nicht gerne auf der Bühne stehen. Das hatte den Vorteil, dass er sich relativ kurz fasste. Er stellte seine Fahrzeuge vor und Daten und Zahlen dazu, die ich vergessen habe. Sein Stottern, die blasse, von roten Flecken durchzogene Gesichtsfarbe, das Flattern der Augenlider sind mir dagegen im Gedächtnis geblieben. Später, nachdem die Vorträge beendet waren, gingen alle hinaus, um auf dem Gelände Testfahrten zu machen oder auch nur, um sich die Fahrzeuge anzuschauen. Der gleiche Mann, der sich soeben am liebsten hinterm Rednerpult verkrochen hätte, hatte anscheinend in wenigen Minuten eine Metamorphose vom Feinsten durchgemacht. Frei, mit Begeisterung und voller – berechtigtem – Stolz zeigte er uns seine Fahrzeuge. Am liebsten hätte ich ihm sofort so ein Gefährt abgekauft. Und ich hätte ihm empfohlen, beim nächsten Vortrag mit einem dieser Teile vorzufahren vorzufahren, sich daran festzuhalten und darüber zu reden. Das Interesse für die anderen Produkte würde dann schon in einem Nebensatz geweckt.

Die Geschichtenerzähler

Die dritte Präsentation hielten drei Brüder. Einer von ihnen hatte vor wenigen Jahren als Jugendlicher im Keller seines Elternhauses an der Entwicklung des ersten elektrischen Motorrollers getüfftelt. Erfolgreich. Als es soweit war, „verhaftete“ er seine begeisterten Brüder und die drei starteten als Unternehmer durch: Entwicklung von Produktions- und Vermarktungsstrategien, Reisen nach China, enorme Anstrengungen, um Versicherungsleistungen zu erhalten und dergleichen mehr. Sie wurden nicht müde, ihren Mitarbeitern und anderen Menschen für die enorme Unterstützung, die sie überall erfuhren,  zu danken. Und sie erzählten. Erzählten, wie andere kamen und sich völlig uneigennützig für ihre Sache einsetzten. Wie sie die Banken überzeugten, die bereitwillig Geld gaben und wie  sie sich wieder an den elterlichen Tisch setzten und von Mama bekocht wurden, weil sie selbst jede nur verfügbare Minute in die Verwirklichung ihrer Vision steckten. Und das tun sie immer noch .

Und wir Zuhörer? Ich schätze, es ging vielen so wie mir: Ich sah den Suppentopf förmlich vor mir und hätte liebend gerne mit an diesem Tisch gesessen.

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Ein Buch zu Weihnachten?

ein Buch schenken

Paul-Georg Meister / pixelio.de

Am Freitag ein Anruf: Die betagte Mutter eines guten Bekannten möchte die Geschichten, die sie für ihre Enkelin geschrieben hat, in einem Buch sehen. Ich bitte sie, mir die Geschichten zu mailen, was sie auch tut – ein PDF kommt an. Am Sonntag Mittag ruft sie erneut an. Was ich dazu sage? Ich hatte noch keine Zeit reinzuschauen. Ja, aber es soll ein Weihnachtsgeschenk werden! Ich bin sprachlos. Das hatte sie bisher noch nicht erwähnt. In 18 Tagen ist Heilig Abend.

Es rumort in mir. Mein Herz für alte Menschen siegt. Ich setze mich an den PC, recherchiere. Okay – drucken ist noch machbar. Aber lektorieren schaffe ich nicht mehr. Ich schreibe eine Mail mit Kostenbeispielen (inkl. 2 Stunden Arbeitszeit) und dazu, was ich noch brauche: Fotos und Angaben zu Einband, Druck usw.

Montag nachmittag – noch keine Reaktion. Ich rufe an. Sie hatte noch nicht wieder in ihr Mailpostfach geschaut. Lektorieren sei nicht nötig, sie hätte es schon oft genug kontrolliert. 10 Bücher mit Hardcover will sie haben. Montag Abend, ich dirigiere am Telefon die Dame durch die nötigen Schritte, um mir die Fotos per Mail zu schicken. Sie weiß nicht, wie das geht. Wie hat sie das bloß mit dem PDF geschafft, frage ich mich im Stillen. Dann sind die Bilder da. Okay, um 21:30 Uhr fange ich mit dem Setzen und Layouten an. Immer wieder sehe ich Fehler, korrigiere. 20 Seiten sind es am Ende. Ich recherchiere bei der Online-Druckerei, was das kostet. Mist. Es müssen mindestens 36 Seiten sein für die Art Buch, wie sie es möchte. Ich setze neu, verteile Fotos großzügiger, alles möglichst ansprechend und einheitlich – 38 Seiten. Okay,  also wir müssen gemeinsam überlegen, ob noch 2 Seiten dazukommen oder 2 Seiten gestrichen werden. Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis, habe mir viel Mühe gegeben, es liebevoll zu gestalten. Das ist das Wichtigste. Schon klar, dass ich mir den Aufwand nicht bezahlen lassen kann. Das steht in keinem Verhältnis. Es bleibt bei den 2 Stunden, die ich dafür angesetzt habe. Ich gehe schlafen.

Dienstag Früh: Ich schicke das Ergebnis + Kosten an die Dame. Am Nachmittag Ihre Antwort: „So aufwendig wollte ich meine Geschichten nicht haben. Ich denke, dass ich von der Buch-Idee Abstand nehme.“ Nachdem ich meine Fassungslosigkeit überwunden habe, schreibe ich sofort zurück, mache Vorschläge für eine kostengünstigere Lösung. Noch keine Antwort. Inzwischen ist Mittwoch. Noch 15 Tage bis Weihnachten. Am Nachmittag rufe ich an. Sie hat nicht in Ihre Mails geschaut. Ich erkläre ihr alles, frage nach, was sie denn ursprünglich ausgeben wollte. „50 Euro“ ist ihre Antwort. Und wieder fehlen mir die Worte. Außerdem erfahre ich, dass sie die Kostenbeispiele in meiner ersten Mail gar nicht gelesen hat. Sie will es sich überlegen und später nochmal anrufen.

Donnerstag. Kein Anruf bisher, dafür eine Mail von ihrem Sohn. Er will in ihrem Auftrag das Missverständnis mit mir klären. „Sie ist nicht mehr die Jüngste und manchmal etwas schusselig. Sie hat gedacht, Du bist eine Druckerei.“ Er bittet aber, die Sache bis kommenden Dienstag ruhen zu lassen, weil er gerade im Stress sei. Ich schreibe zurück, bitte um eine kurzes Gespräch noch heute. Habe inzwischen schon innerlich beschlossen, einfach ein Buch drucken zu lassen und die Sache unter der Rubrik „Karma-Pluspunkte sammeln““ abzuhaken.

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Das Geheimnis verführerischer E-Mails, Teil 2

verführerische E-Mails

Von der Betreffzeile, die neugierig machen sollte, war schon in Teil 1 die Rede. Auch heute dazu noch eine weitere Anregung, die allerdings nicht für den alltäglichen Mailverkehr, sondern vielmehr für Newsletter, bzw. Firmen-Werbemails, geeignet ist. Erstaunlicherweise wird sie selten genutzt: Das Symbol. Es fällt ins Auge, weckt Emotionen und macht neugierig.

“☕ Auf einen Kaffee bei mir?” ist ein Beispiel, das mit dem Befehl Alt + 9749 umgesetzt wird.

Für alle Mails, gleich ob Newsletter, Geschäfts- oder Privatmail gilt:

  • In der Kürze liegt die Würze! Niemand mag sich durch lange Ergüsse quälen.
  • Passen Sie den Betreff dem Inhalt an! Ja, ich habe den ganzen Satz fett gedruckt, weil mir beim E-Mail-Verkehr kaum etwas wichtiger ist als das. Viel Zeit wird vergeudet, wenn man nach Wochen oder Monaten eine Mail mit einer ganz bestimmten Information sucht, aber der gesamte Mailverkehr mit der betreffenden Person nur einen einzigen Betreff hat, weil die Beteiligten immer nur auf „Antworten“ geklickt und sich nicht die Mühe gemacht haben, den Betreff zu ändern. Mit einem neuen Betreff sorgen Sie auch wieder für neue Aufmerksamkeit.
  • Passen Sie die Grußformeln an! Wenn das „Sehr geehrte(r)“ schon einige Male verwendet wurde und Absenderin und Empfänger inzwischen vertrauter miteinander sind, darf auch ruhig mal ein „Liebe(r)“, ein „Guten Tag, Herr/Frau“ oder ein salopperes „Hallo“ kommen. Und wenn Mails im Minutentakt oder zumindest viele in kurzen Abständen zu einem Thema ausgetauscht werden, darf die Anrede sogar ganz wegfallen, weil dann eher der Gesprächscharakter greift. Auch der Abschiedsformel schadet etwas Kreativität nicht. Es müssen nicht immer die freundlichen Grüße sein, mit denen Sie (nicht) in Erinnerung bleiben, sonnige, weihnachtliche oder nachdenkliche Grüße geben Ihrer Mail eine stimmungsvolle Note. Sie können auch eine andere Besonderheit hervorheben, z. B. des Ortes, an dem Sie sind. Ich schreibe z. B. des öfteren „Herzliche Grüße aus der bunten Stadt am Rhein“, da Linz sich diesen Titel gegeben hat.
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Du, du und Sie

Du oder Sie?

Über die feinen Unterschiede in der Kundenansprache

Da fiel doch selbst bei der von mir geschätzten Grafikerin sofort die Klappe runter. „Geht gar nicht!“ urteilte sie und gab damit dem Text den Gnadenstoß. Dabei hatte genau dieser Text beim Kunden zunächst volle Begeisterung ausgelöst. Was war passiert?

Nach einem sehr langen und intensiven Gespräch mit dem Existenzgründerpaar, bei dem ich mir wie immer ein genaues Bild vom Kunden und seiner Zielgruppe gemacht hatte, war ich von seinem Vorhaben begeistert wie selten. Eine fantastische Voraussetzung für den kreativen Flow, der mich dann zwar manche Stunde Schlaf kostet, aber auch zu äußerst befriedigenden Höchstleistungen anspornt. Die Texte für die neue Website flossen in einem Stil, der genau traf. Und was mich im ersten Moment überraschte, wie von selbst floss das „du“ in die Ansprache. Ich stutzte. Was war das? Ich wusste doch, dass ich zumindest teilweise ein Businesspublikum ansprach, wieso erlaubte sich das „du“ sich da einzuschleichen?

Ich ging in mich und befand nach reiflichem Überlegen: Diese Art „du“ ist in Ordnung an dieser Stelle. Denn es ist kein „du“, mit dem mein Kunde seine Kunden direkt anspricht, sondern ein „du“, das jeder benutzt, wenn er in Gedanken mit sich selber spricht – ein „du“ der Innenschau aus Kundensicht. Das war der entscheidende Grund, warum ich überzeugt war, dass es richtig sei, dieses Wagnis einzugehen.

Mein sichtlich von den Texten berührter Kunde legte diese seinen Freunden vor, die ihn analysierten und meinem Kunden die Augen für das „unpassende“ Du öffneten. Verunsichert wendete er sich ratsuchend an die Grafikerin. Ihr Urteil sollte entscheiden. Also musste ich – nicht ohne zähes Ringen und Erklären – den Text minimal ändern und das „du“ durch ein „Sie“ ersetzen.

Und so wurde aus:

Man trifft sich. Auf einen Café Noir, einen Remy Martin, ein Stückchen Trüffel Schokolade. Leise Musik, gedämpfte Stimmen – das Leben schenkt dir Momente der Ruhe. Du liebst es. Während des  Einkaufens, nach dem Büro oder bevor der Zug fährt.

Und dann … etwas davon mit nach Hause nehmen, etwas davon verschenken: Die Milde eines alten Chivas Whisky, die Ausgeglichenheit einer Montechristo Zigarre, die Sinnlichkeit einer Pecaré Nougat. Es ist dein Stil.

das:

Man trifft sich. Auf einen Café Noir, einen Remy Martin, ein Stückchen Trüffel Schokolade. Leise Musik, gedämpfte Stimmen – das Leben schenkt Ihnen Momente der Ruhe. Sie lieben es.

Und dann … etwas davon mit nach Hause nehmen, etwas davon verschenken: Die Milde eines alten Rum Zacapa, die Ausgeglichenheit einer Montechristo Zigarre, die Sinnlichkeit einer Pecaré Nougat. Es ist Ihr Stil.

Nuancen, und aus dem Zauber eines stillen Momentes wird Werbung. Aber vielleicht sehe ich das zu eng. Was meinst du? Oder was meinen Sie?

 

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