Wimmelpost zu Weihnachten

Fehler in der Weihnachtskarte

7 Tipps für die Weihnachtspost

Nein, nein, ich meine hier nicht die Wimmelbilder mit den tausend winzigen Ereignissen, die es zu entdecken gilt, sondern die Weihnachtspost – alternativ: Weihnachtsmail – in der es nur so vor Fehlern wimmelt.
Es ist unglaublich, aber gerade in diesen doch oft standardisierten und meist kurzen Schreiben, häufen sich die Fehler. Also, bevor es losgeht am besten nochmal in die 7 Tipps für die Weihnachtspost schauen:

  1. Der >>Heilige Abend<< oder >>Heiligabend<< wird immer groß geschrieben, denn es handelt sich hier um einen Eigennamen. Im Gegensatz dazu wünscht man
  2. ein frohes neues Jahr oder ein gutes neues Jahr und nicht etwa ein frohes Neues Jahr. In dieser Wendung wird >>neues<< immer kleingeschrieben. Das ist wohl mit der häufigste Fehler, den sogar die Deutsche Post einmal in großem Stil machte. Ebenso schreiben Sie bitte >>Ich wünsche Ihnen alles Gute zum neuen Jahr<<, also weder >>Alles Gute<<, noch >>zum Neuen Jahr<<. Achtung bei E-Cards – hier ist der Fehler weit verbreitet. Manche – und das kann man durchaus auch übernehmen – umgehen die Fallstricke in der Groß- und Kleinschreibung, indem Sie z. B. nur Großbuchstaben verwenden.
  3. >>Frohes<< oder >>Gutes<< wird auch nur dann großgeschrieben, wenn es am Satzanfang steht bzw. alleine in der Zeile, wie eine Überschrift.
  4. Groß- und Kleinschreibung wird übrigens auch häufig bei der Formel >>Herzlich willkommen<< falsch gemacht. Auch hier wird >>willkommen<< immer kleingeschrieben.
  5. Verbinden Sie das Schreiben mit einer Einladung z. B. an ihre Mitarbeiter, dann heißt es streng genommen nicht: >>Wir laden Sie am 15. Dezember zur Weihnachtsfeier im Braustübchen ein.<< Das würde nämlich bedeuten, dass Sie an diesem Tag die Einladung verschicken werden. Aber das tun Sie ja bereits jetzt mit der Weihnachstpost. Also muss es korrekterweise heißen: >>Wir laden Sie zur Weihnachtsfeier am 15. Dezember im Braustübchen ein.<< Zugegeben – das ist ein bisschen Korinthenkackerei, da es hierbei selten Missverständnisse gibt. Aber wer die Feinheiten der deutschen Sprache und damit auch Ihre Fallstricke kennen will, der mag das bedenken.
  6. Als Haarspalterei mag so mancher auch die folgende Überlegung finden: Kann man ein gesundes oder ein erfolgreiches neues Jahr wünschen? Das Jahr selbst dürfte weder gesund noch krank sein, gemeint ist natürlich der Mensch. Aber wenn man diese Formulierung tatsächlich abwegig findet, dann dürfte man streng genommen auch kein frohes neues Jahr wünschen, denn das Jahr selbst dürfte wohl kaum Gefühlsregungen haben. Wer auf der ganz sicheren Seite sein will, wünscht also am besten Gesundheit, Erfolg und Freude im neuen Jahr.
  7. Ein letztes No-Go bezieht sich nicht auf die Rechtschreibung, sondern den Inhalt. Hier geht es um Takt und Ehrlichkeit. Denn Unternehmer sollten vor allem vermeiden, die guten Wünsche zum Jahresende mit Werbung zu verbinden. Denn dann nimmt man sie Ihnen nicht ab und Ihre sicherlich gut gemeinte Weihnachtspost landet sofort im Müll.
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Die Ahrweiler Ideenbörse – ein Erfolg für atemwort

atemwort Tippi Ahrweiler Ideenbörse

Es war ein toller Abend!

Am 17. August 2017 fand in Bad Neuenahr-Ahrweiler die vierte Ideenbörse des Kreises statt. Wie schon 2016 in Bonn hat sich atemwort hier mit dem Tippi-Buch präsentiert.  Die Veranstaltung fand  auf dem Ahrweiler Weingut Sonnenberg statt – eine wunderbare Kulisse. Die Wirtschaftsförderer des Kreises Ahrweiler sorgten für eine angenehme und wertschätzende Atmosphäre und die Aussteller für spannende Ideen. Die Reaktionen auf Tippi waren  überwältigend: Die Besucher sparten nicht mit Lob und Anerkennung.

Wie funktioniert die Ideenbörse?

Sechs Aussteller präsentieren ihr Unternehmen oder ihr Produkt vor einem breiten Publikum. Die Besucher sind mehr als nur Zuhörer und Zuschauer, sie bilden gleichzeitig die Jury. Zur Ahrweiler Ideenbörse kamen rund 60 Geschäftsleute. Auf einem Formular bewerten sie Dinge wie „kreativer Ansatz“, „persönlicher Nutzen“ oder „Vermarktbarkeit“.

Die Veranstaltung soll insbesondere das Gründungsgeschehen im Kreis Ahrweiler vorantreiben. Wirtschaftsförderer Tino Hackenbruch ist zu Recht stolz: „Mit 94,2 Gewerbeanmeldungen je 10 000 Einwohner im Jahr 2016 belegt der Kreis Ahrweiler unter den rheinland-pfälzischen Landkreisen einen Platz unter den Top 3.“ Von uns noch ein extra Lob für den Wirtschaftsförderer, der auch Unternehmen, die wie atemwort nicht (mehr) zum Kreis gehören, nicht ausschließt.

Der Generalanzeiger berichtete über das Event.

2. Platz für atemwort mit dem Tippi-Buch

Für Unternehmen ist es eine wunderbare Möglichkeit, neue Ideen hautnah vorzustellen und dabei gleichzeitig auf Fragen der Interessenten einzugehen. Wie überzeugend Tippi gewirkt hat, fand ich wenige Tage später bestätigt, als ein großes Unternehmen, dessen Geschäftsführer an dieser Veranstaltung teilnahm, zum Gespräch bat. Jetzt sind wir gespannt, was daraus wird.

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Wie finde ich den richtigen Ghostwriter?

den richtigen ghostwriter finden

Vier Tipps für die Ghostwritersuche

Einen Ghostwriter braucht man nicht alle Tage. Die wenigsten Menschen sind daher vertraut damit, wie sie den für Ihr Vorhaben passenden Ghostwriter finden. Dabei geht es fast immer um ein wichtiges Projekt mit großer Bedeutung für das eigene Leben oder die berufliche Zukunft. Informieren lohnt sich also. Die folgenden vier Punkte helfen Ihnen, den geeigneten Ghostwriter für Sie und Ihr Vorhaben zu finden:

1. Richtig recherchieren im Internet

Da ist es wenig sinnvoll nur den Begriff „Ghostwriter“ zu googeln. Verwenden Sie außerdem Begriffe, die Ihr Anliegen genauer umreißen, z. B. Sachbuch Ghostwriter oder Ghostwriter für Autobiografien oder wissenschaftlicher Ghostwriter. Das erhöht die Chance, die Person zu finden, die auf ihr Bedürfnis spezialisiert ist.

2. Klares Anforderungsprofil erstellen

Überlegen Sie im Vorfeld genau, was Ihnen wichtig ist und welche Bedingungen sich daraus ergeben. Hier ein paar Beispiele:

  • Sie haben wenig Zeit oder Lust zu reisen. – Der Ghostwriter sollte in gut erreichbarer Nähe sein. Oder aber Sie sind bereit, für seine/ihre Reisekosten aufzukommen.
  • Die Chemie muss stimmen. – Vor allem, wenn es um sehr persönliche Inhalte oder ein Herzensprojekt geht, das Sie ihrer Ghostwriterin anvertrauen, treffen Sie sich mit ihr zu einem ersten persönlichen Gespräch. Dazu telefonieren Sie zunächst. Stellen Sie erste Fragen schon am Telefon, beobachten Sie die Reaktion, hören Sie auf Stimme und Bereitschaft ausführlich zu informieren. Und lassen Sie Ihr Bauchgefühl nicht außer Acht.
  • Die Ghostwriterin sollte Erfahrung haben. – Fragen Sie nach Referenzen, lassen Sie sich den Werdegang erzählen. Aber Achtung: Ein Ghostwriter muss nicht zwingend Ahnung von der Materie haben. Im Gegenteil: Ein Ghostwriter, der Expertenwissen einer breiten Allgemeinheit vermitteln soll, ist unter Umständen besser, wenn er von der Sache nichts versteht. Denn dann stellt er genau die Fragen, die Laien stellen würden und kann damit verhindern, dass zu viel Fachwissen vorausgesetzt wird. Wenn es der Ghostwriter dann verstanden hat, können Sie sicher sein, dass er/sie es allgemeinverständlich weitergeben kann. Aber auch der umgekehrte Fall kann für Sie wichtig sein:
  • Der Ghostwriter muss ein Experte in meinem Fachgebiet sein. – Das ist z. B. oft bei medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Themen wichtig, wenn es um eine Veröffentlichung in einer Fachpresse oder um ein wissenschaftliches Buch geht. Hier bieten sich oft Fachjournalisten an als Ghostwriter an.
  • Der Ghostwriter sollte regelmäßig für mich schreiben. – Benötigen Sie jemanden, der dauerhaft zu Ihrem Thema für Sie schreiben kann, z. B. in Blogs oder in der Fachpresse, sollten Sie die terminliche Einbindung des Ghostwriters zuvor abklären. Es ist wenig sinnvoll, immer wieder verschiedene Leute für sich schreiben zu lassen. Besser, jemand arbeitet sich in Ihr Thema ein und wird zu „Ihrer Stimme“.
  • Der Ghostwriter muss mein Buch in drei Monaten fertig haben. – Sie haben es eilig? Dann müssen Sie unter Umständen länger suchen, denn gute Ghostwriter sind oft nicht sofort verfügbar. Sie arbeiten über Monate an einem Projekt und haben schon andere in der Pipeline. Fragen Sie nach!
  • Die Ghostwriterin soll mir bei der Verlagssuche helfen. – Bietet das die Ghostwriterin Ihrer Wahl mit an? Wenn ja, zu welchen Konditionen und was genau tut sie: Verlagsrecherche, Exposee erstellen, Verlage anschreiben, anrufen?

3. Ein Angebot erstellen lassen

Aus dem Angebot können Sie oftmals bereits die Professionalität erkennen. Ein seriöser Ghostwriter wird sein Angebot verständlich aufschlüsseln und genau angeben, was im Preis enthalten ist. Mögliche Punkte des Angebots und/oder eines Vertrages sind:

  • Preis für Interviews/Gespräche nach Stundensatz
  • Seitenpreis pro Normseite
  • Umfang
  • Konzepterstellung, ggf. Workshop dazu
  • Korrekturdurchgänge
  • Lektorat/Korrektorat
  • Nutzungsrechte
  • Nennung der Mitwirkung des Ghostwriters
  • Verschwiegenheitsklausel
  • Exposee-Erstellung
  • Verlagssuche
  • Titelfindung
  • Zahlungsmodalitäten
  • Zeitraum
  • Rücktrittsrechte
  • Honorierung, Reisekosten, Spesen
  • Mitwirkungspflicht des Auftraggebers

Die Preise für Ghostwriting bewegen sich zwischen den extremen von 20 Euro/Normseite (z. B. von Schülern und Studenten) und 150 Euro/Normseite (erfahrene Profis). Das Schreiben unter prominentem Namen kann noch teurer werden. Am Anfang steht auf jeden Fall immer der Abschluss eines verbindlichen Vertrags.

4. Machen Sie sich ein Bild von der Arbeit des Ghostwriters

Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, sollten Sie sich unterschiedliche Arbeitsproben des Ghostwriters anschauen, der in der engeren Wahl ist. Oft finden Sie schon einiges im Internet: auf der Homepage oder im Blog. Aber gute Ghostwriter können sich in der Tonalität Ihrem Auftraggeber anpassen. Das heißt sie schreiben locker, ironisch, vielleicht sogar etwas flapsig für den, der selber so schreibt und spricht und sich in den Ghostwriter-Texten wiedererkennen will, und sie schreiben ernsthaft, melancholisch, nachdenklich für eine, die ihre Lebensgeschichte in dieser Weise erzählt. Gleichzeitig können sie dort ausgleichen, wo Stil und Inhalte demjenigen, der hinterher als Autor genannt wird, eher schaden würden.

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Werte Frau Kundin

Humor in der Kundenansprache

So bringen Sie Humor in Ihre Kundenansprache

Das ist schon so eine Sache mit dem Humor – eine Glückssache besser gesagt. Denn außer dem berühmten Fettnäpfchen ist kaum etwas peinlicher als einen Witz zu machen, über den der oder die andere(n) nicht lachen können.

Deshalb widme ich mich an dieser Weiberfastnacht mal dem Thema Humor. Und zwar dem Humor in der geschriebenen Ansprache. Denn der ist weitaus schwieriger als in der mündlichen Kommunikation, die in der Regel Nähe und Bekanntheit beinhaltet und wo wir aufgrund dessen, was wir beim Gegenüber sehen, hören und fühlen, besser erkennen können, was angebracht ist und was nicht.

Handwerk Humor

Viele Menschen sind der Meinung, Humor hat man oder man hat ihn nicht. Falsch! Humor kann man trainieren. Humor ist Handwerk, wie der amerikanische Autor John Vorhaus behauptet („Handwerk Humor“, erschienen bei Zweitausendeins). Nur so können Kabarettisten, Komiker und Kapellmeister permanent neue Sketche und ähnliches erfinden. Machen Sie also mit und üben Sie ein wenig mit den drei Instrumenten, die ich Ihnen hier vorstelle:

  1. Der Misston im Dreiklang

Dieses Instrument habe ich gerade eben benutzt: Kabarettisten, Komiker und Kapellmeister. Der dritte gehört natürlich nicht in diese Reihe, aber gerade weil ich die Erwartung, die ich mit den beiden ersten Nennungen schüre, nicht erfülle, funktioniert es und ein Schmunzeln stellt sich beim Leser ein. Hier wird zusätzlich das Stilmittel Alliteration eingesetzt, was die Komik verstärkt.

Das ist eine Grundregel des humorvollen Erzählens in der Literatur: Der Schluss ist eine Pointe, wenn er völlig unerwartet ist, bzw. etwas verdreht oder umkehrt.

  1. Sprichwörter beenden

Schreiber setzen gerne ein Sprichwort über ihre Texte, da sie dem Ganzen ein Motto, eine Richtung geben. Nur… Leider liest man allzu häufig die immer gleichen Sprüche. Sie bedienen Klischees und das ist sehr gefährlich. Mit jeder geläufigen Redewendung – auch mit komischen, die nicht von Ihnen stammen – laufen Sie Gefahr, Ihre Leser zu langweilen und zu vergraulen. Nicht so, wenn Sie die den Satz originell abändern, sich also die Mühe machen, etwas Eigenes daraus zu machen, z. B.

Wer im Glashaus sitzt …                               … muss ständig Fenster putzen.

Wer andern eine Grube gräbt …              … braucht einen guten Spaten.

Morgenstund hat Komposit im Mund. (Komposit = Zahnfüllmixtur)

  1. Über- und Untertreibungen

Diesem Stilmittel sind Sie im Betreff dieses Newsletters begegnet. Die Anrede ist antiquiert und bieder und kann nur verwendet werden, wenn Ihre Zielgruppe ein Kreis von Frauen ist, der sich für die Wiederbelebung des Frauenbildes aus dem 19. Jahrhundert einsetzt. Aber gerade das sichtlich Unangebrachte kann ein Türöffner sein, wenn es, wie in folgendem Beispiel, aufgelöst wird:

Werte Frau Kundin,

Sie wundern sich über diese seltsame Anrede? Nun ja, „Hey Lady“ würde vermutlich das gleiche Stirnrunzeln auslösen. Am liebsten sprechen wir unsere Kunden mit ihrem Namen an, wie auch unsere Mitarbeiter gerne von unseren Kunden mit Namen angesprochen werden. Deshalb steht er unter jedem Schreiben der vollständige Name des Absenders.  Dies ist der Grund, warum wir Sie bitten, Ihren Namen zu Ihrer Mailadresse anzugeben. Damit Sie in Zukunft nicht schon über die Anrede stolpern. Denn wir meinen nicht irgendwen. Nein! Wir meinen Sie – Sie persönlich, Frau Müller.

Wenn Sie sich daran machen wollen, Ihre humorvolle Seite etwas wiederzubeleben, hier mein Kurzrezept:

  • ein Körnchen Wahrheit, das oft traurig und unangenehm ist,
  • eine Geschichte,
  • eine Enttäuschung der Lesererwartung (= Perspektive, die das Komische am Traurigen sichtbar macht)

Kurz und knapp servieren!

In diesem Sinne

Allaaf, Helau und Grüß Gott

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Aus dem Leben einer Texterin

texten beim Kaffee

Du wachst auf, drehst dich nochmal rum. Es ist spät geworden gestern. Du erlaubst dir eine Runde im Bett dranzuhängen. Und dann stehst du doch eher auf als gedacht, machst dir deinen Kaffee, wie jeden Morgen. Da ist dieser Musiker in deinem Kopf, der dich vor einer Woche auf dem Netzwerktreffen ansprach. Ihr habt euch lange unterhalten, er sprach darüber, was er macht, was er denkt, was er hasst und was er liebt. Als er hörte, dass du textest, fiel ihm der Slogan ein, nach dem er schon lange sucht. Er brauche Hilfe, sagte er. Ihr unterhieltet euch darüber, was ein Slogan ist, was er leistet, woran man gute von weniger guten unterscheidet. Zwei Tage später hast du dich auf seiner Website umgesehen und ihn angerufen. Er war krank.

Jetzt sitzt du da, wie jeden Morgen, nippst an deiner Tasse, schaust aus dem Fenster, spürst in den Tag hinein und siehst den Musiker vor dir, hörst seine Worte, spürst seine Leidenschaft. Worte formen sich, Slogans. Du erinnerst dich, dass du gestern mit einem Slogan für ihn im Kopf eingeschlafen bist. Wie war der doch gleich? Aber da kommen schon andere hoch, wollen aufgeschrieben werden. Gedanken sind so flüchtig. Du weißt, dass du sie sofort festhalten musst, nimmst den Stift und den Einkaufszettel, der da liegt. Die Rückseite ist frei. Im Büro wartet ein Lektorat auf seine Fertigstellung.

Und du beobachtest dich dabei, erzählst in Gedanken deine Geschichte. Die Geschichte deiner Arbeit, der Arbeit im Dämmerzustand zwischen Wachsein und Einschlafen, zwischen Schlafen und Aufwachen und schreiben im Schlafanzug, wo nichts zwischen dir und den Worten im Kopf steht. Und einer Arbeit, für die es keinen Auftrag gibt. Ob der noch kommt? Who knows!

 

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Was viele über Texter nicht wissen

Maschinenpark

Vor ein paar Tagen, war es wieder mal soweit: Ein Kunde, der vor Jahren seine Website von mir texten ließ, meldete sich wieder. Die Texte stünden immer noch unverändert auf der Website, so zufrieden seien sie damit. Jetzt hätte er auch einen Imagefilm gemacht. Vielmehr sei bisher nur gefilmt worden, alles, was das Unternehmen so bildlich hergäbe mit all den technischen Geräten. Aber mit dem Text dazu seien Sie noch nicht zufrieden. Den hat der Filmemacher gemacht und ich möge ihn doch bitte überarbeiten. 90 Sekunden sollen es werden. Ich stutzte. Wie das denn gehen soll, wenn ich gar nicht das Bildmaterial habe, fragte ich. Text und Bild müssen doch genau aufeinander abgestimmt sein, sonst gibt es immer wieder eine Text-Bild-Schere. Aber er meinte, das kriegen wir schon hin. Und natürlich lasse ich keinen Kunden hängen.

Gute Texte

Im Text war so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen kann: Eine Häufung von nichtssagenden Adjektiven wie qualifiziert, effizient und geschult, wie sie für jedes Unternehmen gelten und ebensolchen Substantiven, wie Qualität, Sorgfalt und Zuverlässigkeit. Eine Lobhudelei nach der anderen – unerträglich.

1. Konzept, 2. Text, 3. Bild

Schade, dachte ich bei mir. So ein tolles Unternehmen und so eine vertane Chance, es auch genauso darzustellen.  Wären Sie vor den Filmaufnahmen zu mir gekommen, hätten wir gemeinsam ein Konzept entwickelt und ich hätte das Drehbuch entsprechend geschrieben, sodass letztlich die Kameraaufnahmen ganz gezielt daraufhin hätten vorgenommen werden können – was in der Regel viel Zeit (und Geld) einspart.

Menschen und nicht nur Technik schaffen Vertrauen

Ich machte mir die Mühe, einen Alternativvorschlag mit einem richtigen Storyboard zu entwickeln und zeigte Ihnen, wie so ein Mini-Drehbuch für einen Imagefilm für dieses Unternehmen aussehen könnte, wo vieles nicht gesagt, sondern gezeigt wird und Menschen statt Maschinen im Vordergrund stehen, weil es einfach wichtig ist, Vertrauen aufzubauen. Das erreiche ich nicht durch die Darstellung der neuesten Technik, die nur Insidern etwas sagt. Gerade ein Familienbetrieb wie dieser, der auch noch ausschließlich regional tätig ist,  hat ganz andere Möglichkeiten, sich zu präsentieren.

Ein Beispiel: Wenn Sie einen neuen Zahnarzt suchen, dann wollen Sie auch nicht hören, welche neuesten Diamantschleifbohrer bei Dr. X zum Einsatz kommen. Sie wollen ein Gespür dafür bekommen, ob dieser Mensch die richtige Diagnose stellt, sie kompetent berät und behandelt. Das ist schwer im Vorhinein genau zu beurteilen, aber entscheidend ist letztlich das Gefühl: Dem kann ich vertrauen!

Fragen Sie Ihre Texterin um Rat bevor Sie beginnen

Leider war es bei meinem Kunden zu spät, wie ich befürchtet hatte. Es war schon zu viel in die Aufnahmen investiert worden, um hier nochmal nachzudrehen. Aber er erkannte, dass es der bessere Weg gewesen wäre und will sich das fürs nächste Mal merken.  Und deshalb hier nochmal ganz fett für alle:

Texter schreiben nicht nur die besseren Texte, sie machen auch Konzepte. Und deshalb sollten sie direkt zu Beginn eines Projektes, insbesondere eines Imagefilmes, hinzugezogen werden. Dann kann das Ergebnis alle überzeugen.

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Welche Kondome bevorzugen Einhörner?

Welche Kondome bevorzugen Einhörner?

Texter müssen immer Kreativität beweisen, damit der Kunde sich mit seiner Außendarstellung vom Rest der werbenden Masse abhebt und mit seinen Texten ebenso originell wie authentisch-überzeugend wirkt.

Für Start-Ups zu texten ist dabei eine ganz besonders spannende Angelegenheit. Die Energie, die Gründer mitbringen, empfinde ich als etwas ganz Besonderes. Ich lasse mich gerne begeistern und wenn dann noch die Unternehmer selber den Mut haben, nicht mit den üblichen Floskeln aufzutreten, kann sich für eine lange Zeit eine wunderbare Zusammenarbeit ergeben, in der ich dem Unternehmen ein unverwechselbares Textprofil gebe.

Die Ausschreibung

Dies gelingt dann besonders gut, wenn ich schon in den Ausschreibungen oder Vorgaben des Kunden etwas Ungewöhnliches entdecke, das zu genau dieser Kreativität inspiriert. Der heutige ungewöhnliche Betreff des Newsletters hat damit zu tun. Wie es dazu kam, will ich Ihnen erzählen:

Gestern entdeckte ich eine Ausschreibung im Internet mit folgendem Inhalt:

Wir benötigen für unser Start-up Unterstützung dabei, unsere Story, Mission und Produkte sprachlich auf den Punkt zu bringen.
Wir freuen uns über kreative Wortakrobaten, die mit rebellischer Feder auch die Texte der Einhorn-Kondome und Lemonaid-Getränke verfassen könnten.

Das Anschreiben

Zwei Sätze, die ausreichten, mich neugierig zu machen. Ich schrieb dem Unternehmer, der namentlich angegeben war, an. Und zwar so:

Betreff: Welche Kondome bevorzugen Einhörner?

Hallo Herr W…,

wussten Sie, dass fast alle Einhörner Kondome aus Polyurethan wählen?
Seltsam oder? Man sollte meinen, sie bevorzugten Naturkautschuk oder Schafsdarm.

Warum Einhörner diese merkwürdige Wahl treffen, verrate ich Ihnen gleich.
Zuvor sollten Sie wissen, dass ich liebend gerne Texte für Einhorn-Kondome ebenso wie für Lemonaid-Getränke verfasse: auf den Punkt, zielgruppengerecht, informativ oder unterhaltsam oder beides zugleich. Lang, kurz, dick, dünn, gar gekocht oder roh. So wie es für Kunden und Produkte am besten ist. Am liebsten mit einer spannenden Story. Schauen Sie nach auf www.atemwort.de.

Apropos Story: Kondome werden leider nur in menschlichen Größen hergestellt. Doch sind die aus Polyurethan reißfester als alle anderen. Damit sind selbst Einhörner auf der sicheren Seite.

Das sind Sie auch mit meinen Texten für Ihr Start-Up-Unternehmen.
Ein Beispiel für einen Start-Up-Text mit junger Zielgruppe finden Sie im Anhang.

Ich freue mich von Ihnen zu hören.
Mit den besten Grüßen

 

Die Antwort folgte umgehend. Herr W. bat mich um ein Telefonat und in wenigen Tagen wird mein Angebot auf seinem Schreibtisch liegen.

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7 Punkte für ein gutes Texter-Briefing

Texter-Briefing

Eine neue Broschüre, die Website oder gar ein Buch über Ihr Fachthema sind Ihre wichtigsten Aushängeschilder für Ihr Unternehmen. Mit entsprechender Sorgfalt sollte der Text dafür erstellt werden. Am besten von einer Profi-Texterin, die weiß, wie Ihre Zielgruppe spricht. Und mit entsprechender Kompetenz sollte sie gebrieft werden, denn davon hängt die Qualität des Ergebnisses ab: Das, womit Sie sich als Unternehmer präsentieren. Und so funktioniert die Zusammenarbeit für alle zufriedenstellend:

  1. Passion und Inspiration

Stellen Sie Ihrer Texterin Ihr Unternehmen und Ihr Produkt mit eigenen Worten vor. Jede noch so detaillierte schriftliche Darstellung ersetzt nicht die persönliche Vorstellung. Denn Ihre Leidenschaft, Ihr Fokus auf bestimmte Details, Ihre Art zu reden, Ihre Ziele vermitteln sich im persönlichen Gespräch spürbar sinnlicher. Begeisterung kann die Texterin infizieren und beflügeln. Dann sind oft die Daten nur noch Nebensache. „Ein inspirierendes Briefing setzt Energie frei, die nicht durch Datensammlungen […] oder andere Umwege und Bedenken erstickt wird.“, schreibt Ogilvy, eine der führenden deutschen Werbeagenturen.

  1. Ihre Botschaft

Ihre Botschaft ist natürlich der Kern des Ganzen. Worum soll es in dem Text gehen? Welche Inhalte müssen unbedingt rein, welche können rein und welche dürfen auf keinen Fall rein? Sie müssen das nicht ausformulieren, Stichpunkte reichen meist. Vielleicht gibt es ja auch Nebenbotschaften, die aufgenommen werden müssen. Die Texterin muss eine Vorstellung davon bekommen, welche Aufgabe der Text erfüllen muss.

  1. Ein Bild von Ihren Lesern

Wer soll das am Ende lesen? Diese Frage ist eine der entscheidendsten und wird nicht selten zu wenig beachtet. „Menschen zwischen 20 und 30 Jahren“, „Unternehmer im Raum Bonn-Rhein-Sieg“ – solche Angaben sind zu unbestimmt, um zu einer wirklich treffenden Ansprache zu führen. Machen Sie sich Gedanken darüber, was Ihre Zielgruppe liebt, wo sie sich aufhält, was sie fürchtet, mit welchen Dingen sie ihre Zeit verbringt und dergleichen mehr. Je genauer Sie und Ihre Texterin die zukünftigen Leser oder Kunden kennen, umso treffsicherer werden die Ideen sein, mit denen sie deren Aufmerksamkeit erreichen. Bitte machen Sie sich die Mühe genau zu unterscheiden, ob diejenigen, die Sie mit dem Text ansprechen wollen, schon Ihre Kunden sind oder ob es eine andere Zielgruppe ist, die Sie vielleicht erst noch als Kunden gewinnen wollen. In diesem Zusammenhang können Sie schon ansatzweise den Stil besprechen: Soll die Tonalität sachlich-informativ, emotional-bewegend, hipp oder seriös sein?

  1. USP oder UBP

Unique Selling Proposition – welcher Unternehmer hat nicht schon davon gehört, da lange Zeit das Herausstellen eines einzigartigen Nutzens für unumgänglich galt, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Es lohnt sich sicher immer noch darüber nachzudenken. Schwierig wird es allerdings dann, wenn Sie ein Produkt haben, das sich von denen anderer Unternehmen nicht oder kaum unterscheidet, z. B. Strom. Dann zeigt sich, dass der UBP, Unique Brand Proposition, entscheidend ist, der das Gesamtpaket in den Fokus stellt und eine Marke mit klar definierten Werten ausstattet, wie zum Beispiel Ökostrom oder ein Energieanbieter mit hoher sozialer Verantwortungsbereitschaft. Andere sehen UBP als Kürzel für Unique Buying Proposition. Beides läuft letztlich auf die Frage hinaus: Warum sollten Ihrer Meinung nach die Leute zu Ihnen kommen und nicht zur Konkurrenz gehen?

  1. Ehrliche Selbst- und Marktanalyse

Versuchen Sie nicht, Ihrer Texterin etwas vorzugaukeln. Benennen Sie klar nicht nur Ihre Stärken, sondern auch Ihre Schwächen. Wenn Sie mit den Dumpingpreisen der Konkurrenz nicht mithalten können, muss sie das wissen. Ebenso wie Ihre eigenen Stärken und Schwächen, sollten Sie auch die der Konkurrenz kennen. Denn nur so kann die Texterin das herausarbeiten, was Ihr Unternehmen oder Ihr Produkt im Vergleich auszeichnet.

  1. Genaue Leistungsbeschreibung

Jedes Schriftwerk, jede Textart verlangt außerdem seine ganz eigenen Vorab-Informationen. So sollte beispielsweise bei einem Webseitentext eine SEO-Analyse vorliegen. Nach welchen Begriffen googeln die User? Viele Webtexter bieten auch an, diese Analyse zu erstellen. Bei regelmäßiger Contentlieferung für das Unternehmensblog stellen sich Strategiefragen. Bei einem Sachbuch müssen vorher Fragen über den Umfang und nötige Rechercheleistungen geklärt werden. Je präziser Ihre Angaben zu Ihren erwarteten Leistungen sind, umso weniger Missverständnisse, Enttäuschungen oder gar Ärger gibt es später.

  1. Unterlagen

Sie haben jede Menge Informationsmaterial? Schütten Sie um Himmels willen Ihre Texterin nicht damit zu. Wer sich erst durch hunderte Seiten Unternehmensberichte durchwühlen muss, verliert am Ende den Blick fürs Wesentliche bei der anstehenden Aufgabe. Wählen Sie schon im Vorfeld aus, welche Fakten und welches Hintergrundwissen für Ihre Texterin wirklich nützlich ist. Sie kann das nämlich erst entscheiden, nachdem Sie zumindest einen Teil gelesen hat und vergeudet damit wertvolle Zeit. Umgekehrt ist es natürlich auch für die Texterin frustrierend, wenn sie gar nichts an die Hand bekommt und alle Informationen mühsam an verschiedenen Stellen einsammeln muss. Auch das kostet Zeit und Geld!

Sollten Sie im Gespräch mit Ihrer Texterin nicht mehr alle Punkte im Kopf haben, macht das gar nichts. Eine gute Texterin erkennen Sie daran, dass Sie im Briefing alles das und möglicherweise noch mehr abfragt.

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Ghostwriter für Autobiografien

Was Sie schon immer darüber wissen wollten

 

Ghostwriter-Autobiografie

DoD photo by Erin A. Kirk-Cuomo.

 

Was erwartet den, der seine Autobiografie schreiben lassen will?

Die Autobiografie ist eines der persönlichsten Werke, die in Buchform erscheinen können. Meist dauert es Jahre, bis sich jemand entschließt, diesen Schritt zu tun und sein Leben der Öffentlichkeit zu präsentieren. Denn nicht selten gehört eine große Portion Mut dazu.

Mut, weil es dann schwarz auf weiß da steht, alle es lesen können und die Autorin sich angreifbar macht. So wird zuweilen demjenigen, der seine Lebenserinnerungen veröffentlicht, ein übergroßes Ego nachgesagt. Ein Vorurteil, mit dem der Autor zu leben lernen muss.

Mut, weil der Prozess des Schreibens immer auch ein Prozess der Auseinandersetzung mit den Erfahrungen ist. Solange es schöne Erinnerungen sind, ist es – bis auf etwas Wehmut, die aufkommen kann – meist kein Problem. Aber gegen manche, eher schmerzhaften Erinnerungen gibt es innere Widerstände. Will ich mich dem stellen? Will ich darüber berichten? Und will ich den Schmerz womöglich erneut erfahren? Das sind Fragen, die sich jeder, der über ein autobiografisches Werk nachdenkt, mehr oder weniger bewusst stellt.

Wer ist Autor oder Autorin?

Falls Sie über den Gebrauch der Begriffe Autor/Autorin und Ghostwriter stolpern, will ich gleich zu Anfang klarstellen, dass ich mit Autor/Autorin immer den- oder diejenige meine, um dessen/deren Leben es geht und unter dessen/deren Namen das Buch am Ende erscheint. Der Ghostwriter ist gewissermaßen der verlängerte Arm, geschult darin, alles in professioneller Weise zu Papier zu bringen. Er/Sie wird hier in diesem Text nicht als AutorIn bezeichnet. Der Ghostwriter stellt seine Kenntnisse im Verfassen biografischer Bücher in den Dienst einer anderen Person und verzichtet auf sein Recht, als Autor genannt zu werden. Auch hier gibt es Ausnahmen. So wird inzwischen immer häufiger der Ghostwriter als Mitwirkender auf dem Buchcover genannt. Die Urheberschaft des autobiografischen Werkes liegt beim Ghostwriter, denn die ist im deutschen Recht nicht abtretbar. Wohl aber kann der oder die Ghostwriter-UrheberIn alle Nutzungsrechte abtreten.

Wer kann oder sollte einen Ghostwriter beauftragen?

Wenn Politiker, Filmstars und andere Berühmtheiten ihre autobiografischen Werke veröffentlichen, ist den meisten klar, dass ein Ghostwriter daran mitgewirkt haben könnte. Aber nicht nur für diese Personengruppe, sondern auch für jeden anderen Autor, mag er bekannt sein oder nicht, gibt es gute Gründe, einen Ghostwriter zu beauftragen. Hier ein paar der häufigsten aus Sicht der Auftraggeber:

  • Ich habe nicht die Zeit selber zu schreiben.
  • Ich weiß nicht, wie ich so ein Buch aufbauen soll.
  • Für mich ist Schreiben eine qualvolle Aufgabe.
  • Ich bin unsicher im Deutschen, da es nicht meine Muttersprache ist.
  • Mein Stil gefällt mir nicht. Ich kann mich nicht so ausdrücken, wie ich es empfinde.
  • Ich habe angefangen, komme aber einfach nicht weiter.
  • Ich wünsche mir, dass ein unbeteiligter Dritter mit dem nötigen Abstand mir sagt, wo es zu privat, zu unpersönlich oder zu peinlich wird.
  • Ich brauche für das Erinnern einen Partner, dem ich alles erzählen kann.
  • Meine Freunde sagen, ich erzähle zu langatmig.

Wie finde ich den richtigen Biografieschreiber?

Diese Frage stellt sich unmittelbar jedem, nachdem er sich entschlossen hat, jemand anderen mit dem Aufschreiben seiner Lebensgeschichte zu beauftragen. Wenn Sie nicht im Bekanntenkreis zufällig eine Empfehlung bekommen, ist das Internet der schnellste und bequemste Weg. Hier können Sie mit Ihren Suchbegriffen suchen und die Angebote verschiedener Ghostwriter vergleichen oder sich in geeigneten Profi-Portalen wie dem Texttreff umsehen. Haben Sie sich für eine kleine Auswahl entschieden, sollten Sie unbedingt persönlichen Kontakt aufnehmen. Bei keiner anderen Buchgattung ist es so wichtig, im Vorfeld zu erfahren, ob Autorin und Ghostwriter sich verstehen, ob die Chemie stimmt und Sie glauben, sich diesem Menschen gegenüber öffnen zu können. Vertrauen zwischen Ghostwriter und Auftraggeber ist unabdingbar.

Was kostet das Ghostwriting?

Preise werden auf den Ghostwriter-Webseiten allerdings in den seltensten Fällen genannt, da jeder Ghostwriter individuell nach Aufwand kalkuliert. Hier fließen Faktoren ein wie: Muss der Ghostwriter historische Fakten nachrecherchieren oder sollen lediglich die Quellen des Autors herangezogen werden? Wie viele Seiten soll das fertige Werk umfassen? Gibt es bereits geschriebene Textteile? Wenn ja, in welcher Qualität? Möchten Sie am Ende ein fertiges Buch für den Eigenbedarf oder wollen Sie sich auf Verlagssuche begeben? Wie hoch soll die Auflage sein, falls sie das Buch selber herausbringen wollen? Soll auch ein Exposee für die Verlagssuche erstellt werden? Soll ein Lektorat mitgeliefert werden? Gilt die Verschwiegenheitspflicht für den Ghostwriter oder darf er öffentlich mit seiner Mitautorenschaft werben? So kann es kommen, dass eine Autobiografie 2.000 oder 20.000 Euro kostet.

Worauf muss ich beim Ghostwriter-Vertrag achten?

Haben Sie sorgfältig geprüft, mit wem Sie das Abenteuer Autobiografie in Angriff nehmen wollen, dann können Sie mit dem Ghostwriter Ihres Vertrauens einen Vertrag abschließen, in dem unter anderem die genannten Fragen, die Vergütung und die Zeitplanung geregelt werden. Achten Sie darauf, dass Ihnen ein Rücktrittsrecht zu einem festgelegten Zeitpunkt eingeräumt wird, falls Sie nach einer Weile feststellen, dass Sie die Zusammenarbeit doch nicht fortführen wollen oder können. Ein solcher Zeitpunkt liegt nahe z. B. nach dem ersten Kapitel oder nach 30 verfassten Seiten, die für ein Exposee gebraucht werden. Im Übrigen gilt hier wie bei sonst auch: Jeder Vertrag ist nur so gut, wie das Vertrauen der beiden Vertragspartner ineinander.

Wie gelingt es der Auftragsschreiberin in meinem Sinne zu schreiben?

Ein guter Ghostwriter muss ein guter Zuhörer sein! Er wird sich viel Zeit für die Vorarbeit des Schreibens nehmen. Dazu gehören die Interviews, die am Beginn jeder Zusammenarbeit stehen. Er wird nicht nur erfahren, was Sie erlebt haben, sondern auch die Art und Weise aufnehmen, wie Sie erzählen, welche Wörter sie benutzen, wie Ihr Ton ist und wie Sie die Welt sehen. Sind Sie ein fröhlicher Mensch, der das Leben leicht nimmt und manche Hürde mit Humor nimmt oder sind Sie ein eher nachdenklicher Mensch, der gerne reflektiert und philosophiert. Was sehen Sie mit trauerndem, was mit wütendem oder liebendem Blick? All die feinen Varianten dazwischen nimmt er mit auf und lässt sie in die Schreibarbeit einfließen. Er weiß die richtigen Fragen zu stellen, um Ihr Erinnerungsvermögen aufzufrischen, um einzelne Situationen und die zugehörigen Gefühle wieder lebendig werden zu lassen und vor allem hat er Respekt vor der seelischen Arbeit, die Sie leisten. Das (hoffentlich) hohe Maß an Empathie ermöglicht letztendlich dem Ghostwriter mit seinen Kunden mitzufühlen und ganz in ihrem Geiste zu schreiben.

Warum schreibt der Ghostwriter nicht genauso, wie ich mein Leben erzähle?

Der Ghostwriter steht vor der Aufgabe aus Ihrem Lebensweg eine spannende Geschichte zu machen, die Leser fesselt. Das gelingt in den seltensten Fällen, indem er einfach nur in ordentliche Sätze packt, was zuvor im Interview vielleicht etwas holprig mitgeteilt wurde. Die meisten Menschen erzählen chronologisch von der Wiege oder sogar von den Vorfahren bis hin zum jetzigen Zeitpunkt des Lebens. Das kann schnell zu einer langweiligen Aneinanderreihung werden à la „Und dann passierte … Und dann kam … Und dann…“ Das hält keinen Leser bei der Stange. Hat er dagegen ein wichtiges Thema, z. B. einen Lebenstraum, aufgespürt, kann er einen Spannungsbogen aufbauen. Der Ghostwriter muss also idealerweise auch Kenntnisse in literarischen Gattungsformen haben und wissen, was einen Roman spannend oder eine Erzählung ergreifend macht. Er schildert zum Beispiel zu Beginn eine einschneidende Begebenheit, um so neugierig zu machen, wie es dazu kam. Ein Beispiel dafür ist die Autobiografie von Emine Balfi Maulbeerstock und Minirock, an der ich als Ghostwriter mitwirken durfte.

Ebenso wird Ihr Ghostwriter vieles ausgleichen, was bei der direkten Übertragung des Erzählten ins Schriftliche vielleicht zu arrogant, zu aggressiv, zu naiv, zu übertrieben oder zu sonstwas wirken könnte. Es bedarf eines hervorragenden Fingerspitzengefühls und die Beherrschung verschiedener Schreibstile, um Ihre Botschaften auf authentische Weise zu transportieren.

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Wer korrigiert denn da?

Rechtschreibkorrektur

 

 

Groß und klein, mit und ohne Komma

Ja, ja – die Automatisierungsprozesse bei Texten bringen immer wieder wunderliche Dinge zutage. Dazu gleich mehr. In den letzten Tagen las ich noch einen amüsanten Beitrag auf Facebook über Groß- und Kleinschreibung und einen über die Folgen falscher Kommasetzung. Warum ist beides so wichtig im Deutschen? Nun ja, die beiden kürzesten Beispiele mögen als Anschauungsunterricht ohne weitere Begründung genügen: 1.Die Spinnen. Die spinnen. 2. Wir essen jetzt, Opa. Wir essen jetzt Opa.

Rechtschreibfehler?

Heute bekam ich eine Mail von einer mir unbekannten „Lektorin“, die meine Website mit Hilfe einer Online-App auf Tippfehler hin untersucht hatte und mich auf das fehlerhafte Wort „schriebe“ auf www.eine-wie-ich.de/?paged=2 hinwies, nicht ohne ihre Dienste, bzw. die ihrer App anzubieten. Damit ich mit meinem Webauftritt nicht „im schiefen Licht“ erscheine.

Gut gemeint, liebe Frau, und voll daneben. Die App erfasst nicht einmal, dass hier der Konjunktiv gemeint und geboten ist. Was eigentlich noch eine der leichteren Übungen sein dürfte, da der Satz mit „Was wäre, wenn …“ beginnt. Bei den oben genannten Beispielen zu Groß-/Kleinschreibung und Kommasetzung dürfte es fast unmöglich sein, automatisch zu korrigieren, denn dazu muss man die Intention des Schreibers kennen. Deshalb reicht auch die automatische Rechtschreibkorrektur im Textprogramm nicht aus, um wichtige Texte auf Fehlerfreiheit zu prüfen. Da lobe ich mir meine Kolleginnen Lektorinnen, die genau das leisten, was kein Programm der Welt schafft: im Text das menschliche Ansinnen dahinter zum Leuchten bringen.

Lektorat oder Korrektorat

Dabei wird der Unterschied zwischen Korrigieren und Lektorieren von Laien oft nicht verstanden, weshalb ich ihn hier noch kurz erklären möchte: Ein Korrektorat beinhaltet die Rechtschreib- und Grammatikprüfung eines Textes, das Lektorat ist weitaus umfangreicher und bezieht überdies eine stilistische und oft sogar inhaltliche Prüfung mit ein. Die Lektorin untersucht unter anderem den logischen Aufbau und die Stringenz der Argumentation oder bei einem Roman z. B. Spannungsaufbau und Glaubwürdigkeit der Charaktere.

Übersetzt und verletzt

Noch dubioser als bei der Autokorrektur wird es, wenn es um automatische Übersetzungen geht. Die sind oft so schlecht, dass niemand hier ernsthaft ein gutes Textverständnis erwartet. Als flotte Hilfe, um auf die Schnelle eine annähernde Vorstellung davon zu bekommen, um was es im Text eigentlich geht, sind sie dagegen eine wunderbare Hilfe. Ansonsten verletzen sie eher jegliches sprachliche Feingefühl.

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