Auge in Auge, Hand in Hand

Rudolf-Kluth, Auge in Auge, Hand in Hand

Porträt Rudolf Kluth: Ein Mann. Ein Unternehmen. Eine Erfolgsgeschichte

10 Jahre Unternehmensberatung Hand in Hand-Concept: Ein Jubiläum gibt Anlass, das Geheimnis eines Erfolges zu ergründen und ein Bild des Mannes zu zeichnen, der anderen den Weg ins geschäftliche Glück weist.

„Da fragen wir doch gleich mal den …“

Wie oft er diesen Satz wohl schon gesagt, zum Telefon gegriffen und damit seinen Kunden einen Riesenschritt weitergeholfen hat. Ich kann nur mutmaßen, aber es ist noch kein einziges Mal vergangen, dass ich ihn aufgesucht habe und er nicht jemanden angerufen oder gleich im Büro nebenan angesprochen hat, um mir bei einem Anliegen weiterzuhelfen. Seit nunmehr zwei Jahren kenne ich ihn und bin jedes Mal aufs Neue fasziniert: Rudolf Kluth ist der geborene Netzwerker und sein Unternehmensname zugleich Lebens- und Arbeitsphilosophie: Hand in Hand-Concept Unternehmensberatung. Und wie sollte es anders sein, trägt auch die Unternehmergemeinschaft in seiner Büroetage, die er maßgeblich mit aufgebaut hat, diesen Namen: Hand in Hand-Zentrum.

Das, was andere als goldene Regel fürs Netzwerken im Internet propagieren, setzt er schon seit Jahrzehnten bei allen Begegnungen im realen Leben um: Erst geben, dann nehmen. Oder wie man neudeutsch sagt: First give, than take. Es hat sich ausgezahlt, wie seine Karriere beweist. Nach seinem steilen Aufstieg zum Leiter Unternehmensentwicklung und Leiter Marketing in Personalunion bei Mitropa, einem der größten deutschen Gastronomieunternehmen Deutschlands, gab er seiner beruflichen Laufbahn noch einmal eine ganz neue Richtung und machte sich als Unternehmensberater in Remagen selbstständig. Der vorherige Erfolg gab ihm Rückendeckung, schließlich verursachte die Marketingabteilung von Mitropa jährlich 30-tausend Euro Kosten, als er dort begann. Als er aufhörte, zehn Jahre später, erwirtschaftete sie 1 Million Euro Gewinn. Darauf blickt er noch heute mit Stolz zurück. Und dennoch, es dauert eine Weile, bis ich diese Informationen aus ihm herausgelockt und die Erlaubnis habe, sie hier zu erwähnen. Denn Zurückschauen ist seine Sache nicht. Und schon gar nicht, sich auf Erfolge auszuruhen.

Seine Selbstständigkeit begann er zu Hause, um als alleinerziehender Vater gleichzeitig für seinen Sohn da zu sein. 2008 zog er dann gemeinsam mit Unternehmern anderer Branchen in die Büroetage über dem Weinhaus Grüner Kranz direkt am Marktplatz, im Herzen von Remagen. Hier sitzt er noch heute, immer mit offener Tür. Ein bessres Symbol für seine Neugier auf Menschen, auf ihre Ideen und Ziele und für sein offenes Ohr für alle gibt es wohl kaum. Eine Sekretärin kam irgendwann dazu. Dabei blieb es.

„Ich habe mich von Anfang an bewusst gegen Wachstum entschieden. Ich wollte klein bleiben.“, sagt er und überrascht mich damit. Doch als er seine Überlegungen erläutert, sehe auch ich darin die weise unternehmerische Voraussicht. „Wer wächst muss irgendwann die Verantwortung für viele übernehmen und dann kann es dir so gehen wie jetzt gerade einer anderen großen Unternehmensberatung, die mal eben 20 Mitarbeiter entlassen musste. Für mich eine Horrorvorstellung.“ Große Unternehmen müssten jeden Cent mitnehmen, lieber habe er zeitweise Aufträge ausgelagert, wenn es zu viel wurde, erklärt er. „Ich liebe die Freiheit, die ich habe, wenn ich mich um jeden Kunden persönlich kümmern kann.“

Nur eines ist anders gelaufen, als geplant: Zu Beginn dachte Rudolf Kluth, sein Kundenkreis bestünde hauptsächlich aus mittelständischen Unternehmen. Doch sind die inzwischen sehr in der Minderzahl, stattdessen bilden die Existenzgründer seine Hauptklientel. In seinen Augen glimmt ein Leuchten, als er auf sie zu sprechen kommt. „Was mich begeistert ist dieser Aufbruchsgeist, die Lust etwas Neues zu beginnen, die mit viel positiver Energie einhergeht.“ Kein Zweifel, da hat einer seine Bestimmung und seine Nische gefunden. Weit über 200 Existenzgründungen hat er bis heute begleitet. Und ebenso viele Marketingkonzepte, Kreditbeschaffungen, Fördermittelrecherchen und Kostenoptimierungen durchgeführt. Etwa 50 – 90 % der Kosten für seine Leistungen werden in aller Regel mit öffentlichen Geldern finanziert. Wo und wie die Gründer an diese Förderungen kommen, darauf ist Kluth wie kein anderer spezialisiert. Ist dies das Geheimnis seines Erfolges?

Er selbst sieht den Grund noch woanders: „Wir arbeiten mit unseren Kunden auf Augenhöhe. So entsteht ein positives Arbeitsklima, das die Kunden schätzen. Zu vielen haben wir auch nach Jahren noch einen guten Kontakt. Sie werden selbst zum Teil unseres Netzwerkes.“ Die Zahlen bestätigen seine Einschätzung: 98 % seiner Kunden kommen aufgrund einer Empfehlung. Die Zahl nehme ich ihm ohne Weiteres ab, denn der Mann, der da in Hemd und Jeans vor mir sitzt, überzeugt durch seine Eloquenz, durch seine Persönlichkeit. Die ist, wie in allen Beraterberufen, ausschlaggebend. Authentizität zählt mehr als schnieke Anzüge und Designerbüros. Aber dass die Kompetenz sichtbar wird, ist ihm zweifellos wichtig, hat er doch gerade erst im vergangenen Jahr den aufwändigen Prozess einer Zertifizierung durchlaufen. Damit ist Hand in Hand-Concept eine der wenigen nach ISO 9001 zertifizierten Unternehmensberatungen in Deutschland. Bei der Kundenzufriedenheit gab es die Note 1,0.

Die Verbundenheit Rudolf Kluths mit seiner Stadt und den Menschen vor Ort zeigt sich überdies in seinem ehrenamtlichen Engagement. Mit dem gemeinnützigen Verein Lebendiger Marktplatz Remagen e. V. hat er wesentlich zu Belebung des Marktplatzes und der kulturellen Aktivitäten Remagens beigetragen. Die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz verlieh ihm dafür 2012 den Corporate Citizenship-Preis.

Ein wenig nachdenklich ist er geworden gegen Ende unseres Gespräches und verrät, dass er jetzt schon manchmal daran denke, sich langsam aus dem Geschäft zurückzuziehen. Schwer vorstellbar für mich, die keine zwei Minuten später miterlebt, mit welcher Begeisterung er am Telefon mit einem neuen Kunden spricht. „Ich habe das seltene Glück, einen Job zu machen, den ich auch als Hobby machen würde.“, schließt er unser Gespräch ab. Ein Hauch Dankbarkeit klingt darin an. Wieder einmal beeindruckt von den Facetten des Erfolgs verabschiede ich mich.

Rudolf Kluth feiert mit seinem Unternehmen Hand in Hand-Concept 2014 sein zehnjähriges Unternehmensjubiläum – mit einem fröhlichen Gartenfest am Tag von Rhein in Flammen, zu dem er alljährlich einlädt. Herzlichen Glückwunsch, Rudi. Aufhören kannst Du auch zehn Jahre später noch.

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